Worauf du bei Wahl eines Züchters achten solltest

Der gute Züchter

Worauf du bei der Wahl eines Züchters achten solltest

Überlegst du dir einen (zweiten) Hund anzuschaffen? Interessiert es dich, was einen guten Züchter ausmacht? Anja und ich unterhalten uns darüber, was ein guter Züchter leistet, wie das Kennenlernen gestaltet wird und wann es Sinn macht den Weg zum Züchter zu gehen.

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Worauf du bei Wahl eines Züchters achten solltest

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Transkript zur Podcast Episode

#49 Der gute Züchter – Worauf du bei der Wahl eines Züchters achten solltest

 

[00:01] – Anne

Herzlich Willkommen zur Podcast Episode #49. Wir reden heute über “Den guten Züchter” und worauf du bei der Auswahl eines Züchters achten solltest. Liebe Anja, du hast ja mal gezüchtet.

[01:01] – Anja

Ja, tatsächlich. Ich habe gezüchtet. Und zwar sozusagen offiziell. Wobei das in Österreich so ist: Sobald du einen Hund hast, den du zur Reproduktion bringst, bist du Züchter. Es gibt natürlich verschiedene Definitionen und ich habe es halt über einen Zuchtverband über Zuchtverein gemacht.

 

Was ist ein Züchter?

 

[01:22] – Anne

Das finde ich einen relativ wichtigen Aspekt, dass wir hier ganz klar machen: Züchter ist jemand, der das wirklich über einen Zuchtverband macht, der sich also verpflichtet bestimmte Regeln und Wege einzuhalten. Das heißt da gibt es sofort entsprechende Rahmenbedingungen und über die kannst du dich beim Zuchtverband erkundigen. Einverstanden?

[01:53] – Anja

Ja, absolut. Und das solltest du tun. Es gibt verschiedene Verbände, wie es im Vereinswesen halt so ist. Du solltest dich einfach gut umschauen, welche Werte sind für dich wichtig? Welcher Verband passt doch am besten rein? Ist halt sehr sehr umfangreich auch. Aber ich finde es an der Stelle total wichtig, dass du dich wirklich vorab schon informierst! Und nicht erst wenn quasi wenn du eine Hündin hast die läufig ist oder wenn du einen Rüden hast, dass du sagst okay, jetzt wäre der bereit zum Decken. Also da gibt’s schon im Vorfeld vieles, wo du dich informieren solltest und da würde ich auf jeden Fall einige Monate einplanen. Die Recherche ist doch umfangreich.

[02:42] – Anne

Du meinst jetzt, wenn du züchten möchtest?

[02:45] – Anja

Ja, oder auch wenn du sagst, du möchtest, aus welchem Grund auch immer, einen Hund vom Züchter haben, dass du weißt, welcher Verband welche Werte vertritt.

 

Zuchtverband

 

[02:58] – Anne

Das finde ich ganz wichtig. Der Zuchtverband regelt nämlich zum Beispiel gegebenenfalls auch, hoffentlich auch, den sogenannten Inzuchtkoeffizienten. Und der ist gerade bei Hunden die vom Züchter kommen ein finde ich sehr wichtiger Aspekt. Der regelt nämlich, wie viel Inzucht innerhalb einer Linie, innerhalb eines Wurfes, innerhalb eines Individuums prozentual enthalten sein darf.

Und du kannst dir vorstellen, je weniger Individuen einer Rasse es gibt, desto mehr wird da auch einfach immer wieder untereinander verpaart. Und selbst bei den Rassen, wo man denkt:Hey, da gibt’s aber ganz schön viele, es ist ganz oft so, dass eben bestimmte Typen modern sind oder bestimmte Deckrüden oder oder oder. Und dann entsteht eben immer mehr Inzucht. Und je mehr Inzucht enthalten ist, desto größer ist einfach auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich da gegebenenfalls Schwächen und Krankheiten etc. weitervererben bzw. ausbilden.

[04:00] – Anja

Ja und wenn du darüber stolperst, dass dieser Inzuchtkoeffizient nicht angegeben wird, dann heißt es eben selbst Recherche betreiben, dir die Ahnentafeln holen und schauen, welche Verwandtschaftsgrade es gibt in diesem Bereich. In der klassischen Rassehundezucht wirst du überall darüber stolpern. Also es gibt keine Rassehunde, die nicht in irgendeiner Art und Weise miteinander verwandt sind.

Es gibt allerdings Verbände, die auch Papiere ausstellen, wenn die Hunde eben nicht einer bestimmten Rasse angehören. Das finde ich z.B. auch eine Möglichkeit, trotzdem gesunde Hunde und alle anderen Aspekte, die halt so in der Hundezucht wichtig sind, aufzugreifen, sich aber nicht auf ein bestimmtes Rassenmerkmal in dem Sinne wie es jetzt klassifiziert ist, fest zu setzen.

[04:57] – Anne

Wir sind hier schon ein bisschen in das Thema eingestiegen. So ein bisschen quer von der Seite. Also erst einmal wir sprechen nicht von dem Hund, der sich irgendwo, weil einer mal unbedingt ein Wurf von seinem Hund haben wollte, weiter fortgepflanzt hat. Wir sprechen auch nicht von dem versehentlichen Bauernhofhund, sondern wir sprechen von einer gezielten Zucht. Ja, das heißt, es hat sich jemand damit beschäftigt, er möchte eine bestimmte Rasse weiter züchten. Er hat sich einem Zuchtverband angeschlossen. Er hat sich mit den Bedingungen des Zuchtverbands einverstanden erklärt. Und nun möchte er gerne Würfe auf die Welt bringen. Und das ist für uns ein Züchter.

[05:43] – Anja

Genau.

Worauf du bei Wahl eines Züchters achten solltest
Züchter oder Tierschutz?

 

[05:45] – Anne

Das heißt über Hunde aus solcher Zucht sprechen wir heute. Anja, was denkst du sind die Gründe, die für den Züchter sprechen können statt einem Hund aus dem Tierschutz? Das ist ja so eine allgegenwärtige Diskussion. Züchter oder Tierschutz?

[06:02] – Anja

Ja, also was spricht für den Zuchthund. Das Umfeld, in dem der Hund aufwächst, ist halt wirklich gut kalkulierbar.

Also ich ich kann das ja vorab überprüfen. Ich kann mir den Züchter anschauen, ich kann mit ihm reden und weiß, in welchem Umfeld er aufwächst. Das heißt, ich kann mich da schon auf vieles verlassen, was ich vielleicht im Tierschutz unter Umständen nicht hab.

Natürlich spricht dafür, dass ich einen jungen Hund kriege. Wenn ich einen jungen Hund möchte, wenn ich den von Anfang an begleiten möchte, spricht das natürlich auch für den Züchter.

[06:41] – Anne

Du merkst schon, das die Anja ganz viel “unter Umständen” sagt, weil es natürlich auch die Fälle gibt, wo z.B. eine eine tragende Mutterhündin in den Tierschutz kommt und dann vielleicht in einer Pflegestelle ist. Das ist halt ein bisschen mehr suchen. Und auch im Tierschutz gibt’s natürlich junge Hunde. Aber wenn ich eine ganz konkrete Rasse möchte und die noch als jungen Hund, dann ist es wahrscheinlicher, dass du zum Züchter gehst als im Tierschutz fündig zu werden.

Ich habe mich nur einmal bewusst für eine Rasse entscheiden wollen und bin dann trotzdem beim Tierschutz gelandet und habe dort eben die Rasse gefunden. Also auch im Tierschutz gibt es Rassehunde und es gibt fast jede Hunderasse, mittlerweile auch eigene Tierschutzvereine. Und wie ihr wisst bin ich ja jemand, der klassisch aus dem Tierschutz kommt.

Die Anja hat eben, sagen wir mal, die Züchterlaufbahn eingeschlagen und wir tauschen uns da sehr freundschaftlich und sehr wertschätzend miteinander aus und kommen immer wieder dahinter, dass wir eigentlich ähnliche Punkte gut und wichtig finden, egal wie rum. Also wenn du einen Hund vom Züchter hast, dann ist vieles, vieles kalkulierbar, wie Anja schon gesagt hat.

  • Du kannst auch sehr genau sehen, wie ist die Mutterhündin oder der Rüde eben auch im Alltag.
  • Du kannst dich über die Elterntiere besser informieren.
  • Du kannst dich über das Umfeld, in dem die Elterntiere leben, besser informieren. *Du erfährst, wie der Welpe konkret aufgewachsen ist.
  • Und du hast natürlich jemanden, der auch bestimmte Gesundheitschecks schon vor der Geburt des Hundes macht.
  • Das heißt, wir haben ein bisschen weniger Überraschungskiste vielleicht.

[08:27] – Anja

Ich denke, dieser Punkt der Gesundheit ist der, der wohl am hervorragendsten ist oder der hervortritt, weil wenn man eben über über den Zuchtverband züchtet, die Elterntiere zum gewissen Grade untersucht sein müssen. Für gewisse Dinge.

[08:47] – Anne

Genau. Wovon du nicht ausgehen darfst, ist das der Hund vom Verhalten, wenn er vom Züchter kommt, als weißes unbeschriebenes Blatt kommt. Während er, wenn er aus dem Tierschutz kommt, unbedingt sein Päckchen zu tragen hat. Da haben wir gleich noch ein paar Beispiele für dich, worauf du achten sollte es, damit auch der Hund vom Züchter eben sich bei dir gut einleben kann.

Wir verlinken die hier auch nochmal einen Blogartikel, wenn ein Hund vom Züchter bei dir einzieht, wie du die ersten Wochen gut gestalten solltest. Worauf du achten solltest, was du machen kannst.

Aber das ist ein totaler Mythos. Also ich kenne sowohl Welpen aus dem Tierschutz, die echt robust angekommen sind, einfach weil sie in einem gewissen Alter entspannt so etwas wie Straßenlärm schon kennengelernt haben und in ein Wohngebiet kamen mit viel Straßenlärm. Als auch, dass sich Hunde vom Züchter kenne, die viele Verhaltensprobleme mitgebracht haben und sowohl das eine als auch das andere gibt es. Also diesen Mythos können wir schon mal abhaken. Da kommen wir gleich hin, worauf du noch achten sollte.​

Worauf du bei Wahl eines Züchters achten solltest
Auswahl eines Züchters

 

Anja, worauf sollten wir bei der Auswahl eines Züchters achten? Also wenn ich jetzt sag: Hey, ich weiß, welche Rasse ich will, ich möchte auf jeden Fall einen jungen Hund. Ich möchte ihn einfach beim Großwerden beobachten. Worauf sollte ich achten?

[10:10] – Anja

Also ich schaue mir das Lebensumfeld der Hunde an, mit denen gezüchtet wird. Ich schaue mir an, mit wie vielen Hunden gezüchtet wird. Ob es gleichzeitig Würfe gibt. Das wird natürlich auch viel über den Zuchtverband geregelt, was da sein darf. Aber ich schaue mir das mal an. Ich schaue mir an, wie die leben. Ich schaue mir an, wie das Verhalten untereinander ist. Das sind immer so die ersten Punkte, die ich mir anschaue. Natürlich schaue ich mir die Gesundheit an, insofern es halt möglich ist. Als Laie jetzt auch. Aber es gibt wie gesagt ja auch Untersuchungen, die gemacht werden oder werden müssen. Ja, und dann vergleiche ich. Ich vergleiche z.B. das Umfeld.

 

Umfeld vergleichen

 

[11:07] – Anne

Fangen wir mal mit dem Umfeld an. Worauf ich achte, wenn ich Menschen berate, die von einem Züchter einen Hund haben wollen, ist das Umfeld.

  • Also das die Mutterhündin in ihrem Lebensumfeld nicht extrem viel Stress hat.
  • Dass die gut behandelt wird, dass die ihre Bedürfnisse gestillt bekommt, dass die in einem physiologisch guten Zustand ist, dass vielleicht sogar mehr gemacht wird als die Pflichtuntersuchungen.
  • Und dass das Umfeld, in dem die Mutter klassischerweise lebt, auch so ein stückweit dem Umfeld entspricht, in dem ich lebe.
  • Denn je mehr die Welpen sich an bestimmte Reize gewöhnen in den ersten Wochen, ohne dass es für die Mutter oder sie stressend ist, die mit meinem Zuhause übereinstimmen, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Hund als Kontextlerner eben hinterher sich bei mir auch wohlfühlt, ohne dass ich viel Arbeit habe, um da eben Sachen wieder auszugleichen.

 

Stresslevel des Hundes

 

Die Stressachse eines Hundes, also wie stressempfindlich ist der Hund in seinem Leben, wird an verschiedenen Punkten im Leben immer wieder festgelegt. Und der erste Punkt, wo das eben wesentlich festgelegt wird, ist im Mutterleib. Hunde, die in einer Mutter großwerden, die viel Stress hat, sind grundsätzlich erst einmal ein bisschen stressempfindlicher.

Und an der Stelle höre ich wieder oft das Argument: Dann doch lieber ein Züchter als Tierschutz. Und da: Nein, das kann ich so gar nicht sagen. Es gibt Hunde, die auf der Straße leben und ganz wenig Stress haben oder auch Hunde, die auf Pflegestellen leben und ganz wenig Stress haben.

Also da wirklich sich die Mutter angucken, wie gestresst ist die im Umfeld, wo sie lebt. Und dazu gehört natürlich auch, wie viele andere Hunde leben.

  • Wie gehen die Hunde miteinander um?
  • Wieviel Konflikte gibt es da?
  • Wie viel Stress herrscht da zwischen den Hunden?
  • Wie ist der Umgang der Züchter und der dort ein- und ausgehenden Menschen mit den Hunden? Und wie viel Stress haben die Hunde dadurch?

[13:14] – Anja

Ja, also das ist ein ganz wichtiger Aspekt. Einige Züchter züchten ja z.B. nicht nur Hunde, sondern auch andere Tiere. Und da sollte man sich das Stresslevel definitiv anschauen.

 

Obacht – Wann du die Füße in die Hand nehmen solltest

 

[13:29] – Anne

Ich finde es ganz wichtig, dass ein Züchter sich für eine Rasse entscheidet. Und dass wenn du einen Züchter hast, der gleichzeitig mit mehreren Hündinnen züchtet, der gleichzeitig mehrere Würfe großzieht, der vielleicht auch x Würfe im Jahr großzieht oder sogar verschiedene Rassen großzieht. Dann bist du wahrscheinlich nicht bei einem wirklich guten Züchter gelandet, sondern bei einem Vermehrer. Und dann sage ich dir: Nimm die Füße in die Hand. Lauf!

Und frag vielleicht nochmal bei den zuständigen Zuchtverbänden oder auch beim zuständigen Veterinäramt an, ob es da nicht sogar schon bekannt ist bzw. informier die bitte, wenn du das Gefühl hast, da herrschen irgendwelche Missverhältnisse. Auch wenn du die Mutterhündin nicht kennenlernen darfst, zum Beispiel, dann WEG WEG WEG. Dann guck wirklich, dass du Land gewinnst. Weil das ist auch so ein Indiz dafür, dass da irgendwas nicht stimmt.

[14:30] – Anja

Ja, im Allgemeinen, wenn du eine Frage hast, und du keine Informationen kriegst, dann würde ich immer skeptisch werden.

Worauf du bei Wahl eines Züchters achten solltest
Ein guter Züchter nimmt dich transparent mit auf die Reise

 

[14:36] – Anne

Ein guter Züchter nimmt dich transparent mit auf die Reise. An dieser Stelle grätsche ich so ein bisschen rein. Anja hat total recht. Ein guter Züchter nimmt dich transparent mit auf die Reise. Der weiß, dass du Vorfreude hast und der füttert die Vorfreude.

Der informiert dich auch darüber: Wie läuft das Ganze bei ihm ab? Das heißt aber nicht, dass er immer und permanent via Whats App und Co. für dich zur Verfügung steht, sondern der kümmert sich darum, dass du die Informationen bekommst. Der beantwortet dir auch gerne Fragen. Der lernt dich auch gerne kennen. Der ist aber nicht dafür da, dass er die ganze Zeit mit dir kommuniziert.

[15:07] – Anja

Das finde ich ganz wichtig, weil man zieht ja mit dem Hund die Welpen groß. Das ist ein sehr zeit- und kraftraubender Job. Das heißt, da geht es nicht darum, dass du die Informationen nicht sofort kriegst, sondern dass du sie überhaupt kriegst.

[15:22] – Anne

Dann kann es sein, dass dein Züchter zum Beispiel, wenn er gut ist, dass er vielleicht einen Informationsabend für alle anbietet, die da sind. Oder der empfiehlt dir einen Hundetrainer mit dazu. Ich finde wichtig, dass ein guter Züchter auch dich unter die Lupe nimmt. Also dass der sich auch ein paar Sachen von dir erzählen, berichten lässt, vielleicht sogar dich auch mal besucht. Wobei das natürlich super super aufwendig ist für den Züchter und das kann er nicht, wenn der Welpenwurf schon da ist, weil dann ist er zuhause festgetackert. Aber das du definitiv auch ein bisschen Rede und Antwort stehen musst, das wäre für mich ganz normal. Und es würde mir auch zeigen, dass ich eben bei jemandem ein Lebewesen abhole, dem das Lebewesen wichtig ist.

[16:09] – Anja

Ja und wenn du merkst, es triggert dich irgendwie emotional oder es macht dich vielleicht wütend oder ärgert dich! Das ist keineswegs Sinn und Zweck von diesen Dingen. Es ist wirklich reines Interesse. Jeder ernstzunehmende Züchter will, dass die Tiere an einen guten und passenden Platz kommen.

Worauf du bei Wahl eines Züchters achten solltest
Wie läuft es ab?

 

[16:30] – Anne

Für mich ein weiterer wichtiger Aspekt, auf den wir unbedingt gucken sollen ist:

  • Wie läuft das ab?
  • Wie sieht die Wurfbox der Welpen aus?
  • Wie sieht es Welpenzimmer aus?
  • An was können die sich da ganz spielerisch gewöhnen? Es gibt total tolle einfache

Möglichkeiten Welpenzimmer so zu gestalten, dass die da rappeln können, dass die da Dinge zerfetzen können, dass die da Erfahrungen mit verschiedenen Untergründen machen können. Also wird auf sowas geachtet, dass der Hund wirklich schon einiges kennenlernt? Allerdings nicht jeden Tag fünf neue Sachen, sondern vielleicht ab einem gewissen Alter jeden Tag eine neue Sache.

Es macht doch überhaupt keinen Sinn, dass die Hunde in dem Alter dann schon mal “hier zum Bahnhof” und “da mit in die Stadt fahren”.  Sondern da geht’s wirklich darum, dass der Haushaltsgeräusche kennenlernt, dass der eben nicht total isoliert von einem Haushalt groß wird, wenn er hinterher bei dir im Haushalt leben soll, wovon ich jetzt mal ausgehe, sondern das der sowas kennt wie “es klappert mal ein Topf” oder es “rappelt mal irgendwo ein bisschen was”.

So das der auch Gerüche kennt, die im Haushalt stattfinden, Stimmen, Schritte, dass sowas für ihn ganz normal im Welpenalter eben schon stattfindet. Das ist mir ganz wichtig, damit du da auch einen relativ robusten Hund kriegst und dass der Züchter das mit System macht und dass du merkst, der macht sich darüber Gedanken und er gewöhnt die Hunde dann Schritt für Schritt dran und es gibt vielleicht mal den ersten Ausflug in den Garten. Oder es gibt eben jeden Tag irgendwie ein neues Objekt zum Erkunden. Eine Kiste, wo die durch krabbeln oder oder oder. Das finde ich super wichtig.

Wie siehst du das?

[18:06] – Anja

Ich bin da total bei dir. Und ich weiß ja, dass es verschiedene Konzepte gibt, was gut sein soll oder schlecht sein soll. Jeder Züchter macht das für sich und ich würde trotzdem genauer hinschauen, wenn er sagt:  “Das ist total super.

Unsere Welpen sind im Wohnzimmer auf die Welt gekommen.” Das kann auch überfordernd sein. Also ich schaue da wirklich nochmal genau hin und sag:

  • Wie sind die verschiedenen Stadien, die verschiedenen Tage, Wochen verbracht worden von den Hunden?

Und schaue mir dann an: Kann der in einem ganz normalen Haushalt, also mit den Geräuschen, Gerüchen, Objekten usw. umgehen.

Ich plaudere jetzt auch aus dem Nähkästchen. Unsere Hunde z.B. sind nicht im Wohnbereich auf die Welt gekommen. Das hat natürlich seinen Sinn. Es war wichtig, weil wir auch mehrere Hunde hatten zu der Zeit, dass die Hündin sich zurückziehen konnte. Und bis sie halt die Augen öffnen und die Geräusche wahrnehmen usw. waren die halt recht isoliert. Und dann haben wir sie behutsam in die Wohnung, in den Wohnbereich eingegliedert. Und dann abends, in der ersten Zeit, wieder zurück in den ruhigen Bereich gebracht, sodass sie das auch verdauen konnten. Das ist ein Konzept. Es gibt mehrere.

[19:27] – Anne

Das finde ich ganz wichtig. Ich finde das sehr gut. Der Hund muss nicht in “Remmidemmi” geboren werden, sondern es darf alles seine Zeit haben und jeden Tag eine Sache mehr erfahren.

Jeden Tag eine Sache mehr erkunden ist da viel, viel besser als jeden Tag 30 Sachen mal kurz. Das die Hunde auch lernen sich wirklich mit Dingen zu beschäftigen. Und ein guter Züchter kann dir dann auch sagen: Hör mal, der Welpe, das ist der, der immer als erstes da ist, wenn was erkundet wird und der, das ist der, der so ein bisschen als letztes da ist. Dann weißt du schon: Okay, der eine, das ist so eher der Typ, der sich ein bisschen neugieriger umguckt und der auch ein bestimmtes Explorationverhalten, Neugierverhalten hinterher wahrscheinlich an den Tag legen wird, während der andere vielleicht grundsätzlich zögerlich ist.

Und da kannst du dir dann nochmal überlegen: Was passt denn zu mir und dich da auch eng mit dem Züchter abstimmen. Ich finde ganz, ganz wichtig, dass halt so viel wie mögliche Aspekte mit dem Haushalt, in denen der Hund lebt und mit denen er da in Berührung kommt, übereinstimmt. Das geht nie komplett, aber es macht keinen Sinn, einen Hund, der im total sterilen Umfeld wohnt, hinterher in eine turbulente Familie zu schmeißen und umgekehrt.

Ich habe für dich ein kleines Beispiel. Ich habe vor nicht allzu langer Zeit einen Welpen im Training betreut. Der konnte sich nur auf Fliesen lösen. Der hatte noch nie weiche Untergründen erlebt. Der kam aus einem ganz, ganz sterilen Haushalt mit Marmorfliesen im Wurfzimmer, zwar in einer gemütlichen Wurfbox, aber der Hund kannte keinen Rasen und nichts. Der war auf einer großen Steinterrasse und da konnte er sich bei den Leuten lösen, aber der hat sich nicht auf den Rasen getraut, weil die Züchterin da an der Stelle einfach, ja ein sehr klinisch schönes Zuhause für den Hund geschaffen hatte, aber eben nicht dran gedacht hat, dass der Hund vielleicht hinterher dann doch auch mal auf den Waldboden soll. Und der kannte das gar nicht. Umgekehrt kennen wir das aber auch anders, dass Hunde erst vor glatten Böden oder vor Fliesen wirklich Sorgen haben oder vor glitzernden Böden, wenn die das nicht kennenlernen. Also solche Sachen eben.

[21:35] – Anja

Ja, und du kannst halt von einem Züchter nicht verlangen, dass der das alles berücksichtigt. Das finde ich an der Stelle auch wichtig. Aber wenn man ein gewisses Lebensumfeld hat und sich offen dann austauscht, kann man natürlich den Züchter darauf hinweisen.

Worauf du bei Wahl eines Züchters achten solltest
​Wie gehen die Welpen miteinander um?

 

[21:48] – Anne

Für mich ist es super, super, super spannend, immer zu gucken, wie gehen die Hunde miteinander um. Und zwar sowohl die erwachsenen vorhandenen Hunde vielleicht als auch die Welpen.

  • Also wie ist da der Umgang miteinander?
  • Ist der eher rüpelig?
  • Ist der eher vorsichtig?
  • Ist der harmonisch?
  • Also wie sieht der aus?

Und das kann man super beobachten. Und wenn dein Züchter dir z.B. kleine Filmchen oder so zur Verfügung stellt. Viele haben ja auch so eine Art Welpentagebuch oder so, dir das da auch immer immer wieder anzugucken, ob du damit einverstanden bist.

 

Vertragsklauseln

 

[22:25] – Anne

Und ganz wichtig. Ich sage schon wieder andauernd ganz wichtig. Aber genauso wie es im Tierschutz bestimmte Vertragsklauseln gibt, an die man dich nicht so einfach binden kann, gilt das für den Züchter auch.

Und ich bin immer ganz, ganz skeptisch, wenn in Vertragsklauseln bestimmte Auflagen gemacht werden, dass ich z.B. eine Zuchtzulassung mit dem Hund machen muss oder dass ich den zum Beipiel nicht kastrieren darf oder dass ich denen zum Beispiel nur bei einem bestimmten Tierarzt röntgen lassen darf oder oder oder. Und das wären alles Sachen, mit denen wäre ich nicht einverstanden. Das solltest du dir gut überlegen.

[23:08] – Anja

Ich auch nicht, aber ich wäre auch als Züchter nicht damit einverstanden. Als Züchter hat man eigentlich die Verantwortung, dass man die Verträge, die man macht, auch auf Rechtsgültigkeit prüft. Das liegt in unserer Verantwortung.

[23:24] – Anne

Und da auf jeden Fall gucken: Geht es darum, die Zucht aufrecht zu erhalten oder geht es darum, ein gutes Zuhause für den zu finden?

Ja, und ich hab da schon die wildesten, wildesten Sachen erlebt. Setz dich damit wirklich auseinander, ob du hinterher in Gewissenskonflikte kommst. Ich habe das schon so oft erlebt, dass wir Klienten/ Klientinnen begleitet haben, Teams begleitet haben, wo dann kam: Ja, aber das kann ich ja nicht machen, weil…. Ja, dein Züchter, der ist derjenige, der dem Hund im Prinzip das Leben und die Obhut geschenkt hat. Der muss aber nicht unbedingt der ideale Ansprechpartner sein, wenn es um Gesundheit und Training geht. Der ist auch nicht allwissend, was Ernährung angeht, sondern du hast ja schon mitbekommen, als wir gesagt haben, was bedeutet Zucht? Da ist kein Vorwissen in dem Sinne zwingend notwendig.

Ja, ein guter Züchter eignet sich da gewisse Sachen an. Aber es ist auch da die Frage: Wie hat er sich die angeeignet, wann, wie, wo? Und ich bitte dich, genauso wie du deine Hundetrainerin, deinen Hundetrainer, deinen Tierarzt oder deine Tierärztin nicht zum Gott erklären solltest, solltest du das beim Züchter auch nicht. Und nur weil der viel Erfahrung mit dieser Rasse hat, heißt das noch lange nicht, dass er viel Erfahrung mit diesem Individuum hat. Und natürlich hat er seine ganz eigene Perspektive auf seine Welpen und seine Würfe. Das bedeutet aber nicht, dass das allumfassend ist.

Und ich erlebe halt ganz oft, dass Kundinnen mich dann anrufen und sagen: Du Anne, der Züchter hat gesagt unserer Hund ist der einzige aus dem Wurf, der Probleme macht und das muss an mir liegen. Und wenn du sowas hörst, dann guck, ob dir der Kontakt wirklich noch gut tut.

[25:37] – Anja

Ja, du hast das Stichwort “Individuum” gesagt. Das finde ich ganz wichtig. Der Züchter hat natürlich seine Erfahrungen, hat sein Wissen mit den eigenen Hunden. Dennoch, obwohl es Nachkommen der eigenen Hunde sind oder des eigenen Hundes ist, ist dein Hund ein Individuum.

Worauf du bei Wahl eines Züchters achten solltest
​Was ist eigentlich das Zuchtziel des Züchters?

 

[25:52] – Anne

Zwei wesentliche Aspekte haben wir jetzt noch gar nicht erwähnt, die wir unbedingt noch angehen sollten liebe Anja. Nämlich einmal: Was ist eigentlich das Zuchtziel des Züchters?

[26:07] – Anja

Ja, das kann man jetzt so pauschal auch nicht sagen. Das kommt immer drauf an.

In erster Linie wird immer noch auf das Aussehen gezüchtet und für viele Rassen oder für einige Rassen, spielt auch noch die Funktion, also das Verhalten eine Rolle. Und zusätzlich dazu sollte auch noch die Gesundheit in Ordnung sein. Es ist eigentlich sehr, sehr schwierig zu definieren, und es hängt wirklich von der Rasse, vom Verband und letztendlich auch vom Züchter ab. Auf welche Merkmale er wirklich züchtet.

[26:47] – Anne

Das heisst, stell deinem Züchter unbedingt die Frage:

  • Sag mal, was planst du da für einen Wurf?
  • Was hast du damit vor?
  • Was sind die Merkmale?
  • Was sind die Kriterien, nach denen du das aussuchst?

Und wenn du z.B. jemanden hast, der auf Hochbeinigkeit und schlanke Körper züchtet, zum Beispiel, dann weißt du, dass du gleichzeitig auch auf Schnelligkeit, auf vielleicht ein bisschen mehr Dünnhäutigkeit, auf ein bisschen mehr Temperament züchtest.

Und dass du dir da auch nochmal Informationen einholst, die bitte über den Zuchtverband hinausgehen und bitte auch über die Rassebeschreibungen hinausgehen. Dazu verlinken wir die hier auch nochmal einen Blogartikel zum Thema Rassebeschreibung. Ich glaub ich hab darin geschrieben: Rassebeschreibungen sind ein bisschen wie Immobilienanzeigen.

Entferne die blumigen Wörter und du findest die Wahrheit. Und dass du deinen Züchter definitiv fragst, warum diese Verpaarung und was sind die Merkmale, die für dich wesentlich waren? Ein letzter Aspekt nein, eigentlich noch zwei. Wir machen noch zwei. Und zwar einen, den wir schon mehrfach erwähnt haben.

Worauf du bei Wahl eines Züchters achten solltest
Für uns ist es eine gute Zucht, wenn der Züchter in der Regel die Welpen nicht in der achten oder nach der achten, sondern nach der zwölften Woche abgibt

 

Das ist für die Mutterhündin anstrengender, für den Züchter auch. Es gibt jedoch Studien, die sagen, dass Hunde, die bis zur zwölften Woche bei der Mutter bleiben, deutlich weniger Tendenzen zum Trennungsstress haben. Und gerade diese Zeit: Die achte, neunte bis zwölfte Woche ist eine sehr kritische, sensible Phase in der Welpenentwicklung und es macht Sinn, dass sie in dieser Zeit beim Züchter sind, wo sie schon ganz viel kompensieren können, wo sie schon ganz viel kennen und wirklich in der Zeit weiter Schritt für Schritt herangeführt werden an das Leben dann ohne Mutter und Familie. Und das ist auch der Grund, weshalb Welpen ohne Mutter unter 12 Wochen gar nicht importiert werden dürfen nach Deutschland.

[28:59] – Anja

Ja und es immer noch sehr selten, dass die Hunde so spät abgegeben werden. Weil rein gesetzlich dürfen sie nach der achten Woche abgegeben werden.

Die letzten Kunden, die ich begleitet hab, die auf der Suche nach einem Rassehund vom Züchter waren. Da war es fast unmöglich Welpen zu kriegen, die so lange bei der Familie sind. Also es ist noch nicht ganz so durchgedrungen.

Für den Züchter ist es ein massiver Aufwand, weil die werden natürlich sehr aktiv  wenn sie in diesem Alter sind und die wollen die Welt erkunden. Und das wird sehr anstrengend für den Menschen.

[29:43] – Anne

Und für die Mutter auch. Und es ist natürlich dann auch, denn du bist Konsument in dem Fall, du bist Käufer – Es ist eine Kostenfrage für den Züchter und du solltest da definitiv bereit sein, eben auch entsprechend das Geld in die Hand zu nehmen, das das eben geht. Und das möglichst auch alle Welpen so lange bei der Mutter bleiben und dann nicht schon einzeln herausgerissen werden.

Weil es geht wirklich um den Verlust des Verbundes, sozusagen. Um den Verlust und um quasi frühe Entwurzelung und Entfernung von wichtigen Beziehungen, von wichtigen Bindungen. Insofern, wenn die Umstände beim Züchter stimmen, wovon ich jetzt einfach mal ausgehe, dass du dir jemanden ausgesucht hast, wo die stimmen, wenn die Mutterhündin gesund ist, wenn die nicht total ausgemergelt ist, dann sollte das wirklich so sein, dass sie bis zum Ende der zwölften Woche bei der Mutter bleiben.

[30:37] – Anja

Es gibt auch Fälle, wir hatten das bei unserem Wurf, z.B. wo Vater und Mutter gemeinsam bei uns waren. Und es ist tatsächlich so, dass in dieser Zeit, ab der achten/neunten Woche, der Vater auch Rollen übernommen hat. Also es ist schon für uns Menschen sehr aufwendig, weil eben die Dynamiken unter den Hunden immer gut im Blick behalten werden müssen. Aber diese Optionen gibt es. Und das heißt nicht, dass das immer funktioniert und dass es so sein muss. Aber es ist eine Möglichkeit.

[31:12] – Anne

Wertschätze auf jeden Fall, wenn dein Züchter das macht. Du weißt dann, dass der gar nicht so viele Würfe im Jahr machen kann. In der Regel ein, vielleicht auch zwei, wenn er mehrere Hündinnen hat. Aber ganz ehrlich, ich glaube, ein wirklich guter Züchter schafft gar nicht mehr als einen guten Wurf im Jahr. Ich möchte aber auch niemandem unterstellen, der zwei Würfe schafft, das er ein schlecht Züchter ist. Versteh mich nicht falsch.

Es steckt viel Planung im Vorfeld drin. Es steckt viel Arbeit drin, viele medizinische Check ups. Da steckt viel Geld drin. Ja, du hast vielleicht das Gefühl, dass ein Welpe von einem guten Züchter teuer ist. Aber der Züchter muss, wenn er wirklich gewissenhaft und gut arbeitet, auch eine Menge an Geld investieren und der bereichert sich dann nicht. Und selbst wenn, wenn du die Stunden dagegen rechnest, die drr investiert hat an Arbeit, dann ist der Stundensatz, für den würden die wenigsten Leute arbeiten gehen, weit unter Mindestlohn. Ja, also das einfach an dieser Stelle nicht vergessen. Dass du da wirklich etwas bezahlst, was an Leistung, an Denken, an Planen und auch an Nachhaltigkeit für eine bestimmte Arbeit vorhanden ist.

[32:27] – Anja

Was du noch berücksichtigen solltest: Du steckst als Züchter ja auch mitunter viel Geld, Zeit und Energie in einen Hund, der am Ende gar nicht als Zuchthund geeignet ist. Also du hast ja nicht 4 Hunde und kannst mit allen Vieren züchten. Das ist nie die Realität. Also wenn du ehrlich zu dir selber bist.

Worauf du bei Wahl eines Züchters achten solltest
Gestaltung der Besuche bei Welpeninteressenten

 

[32:44] – Anne

Anja, ein letztes Thema. Wie hast du, wenn Welpeninteressenten kamen, die Besuche gestaltet und wieso?

[32:56] – Anja

Also grundsätzlich nur nach Voranmeldung. Das finde ich immer ganz wichtig. So: Ja, komm mal vorbei! finde ich ganz, ganz schwierig. Denn je nachdem wie alt die Hunde sind, ist es sowieso erst sinnvoll, ab einem gewissen Alter Besuche zu empfangen – allein schon aus hygienischen Gründen.

Das ist der erste Punkt: Die Hygiene muss natürlich passen, damit die Besucher nicht irgendwelche Infektionsgeschichten reinschleppen. 100% gibt es nicht, aber eine gewisse Vorsicht sollte da sein. Also Schuhe aus, Hände waschen! In den heutigen Zeiten ist es eigentlich normal, dass man sich die Hände wäscht.

[33:27] – Anne

Und wir bringen noch die Kinder mit und die Freunde von den Kindern und die Oma.

[33:32] – Anja

Genau. Also wer kommt alles mit? Das sollte natürlich geregelt sein. Je weniger, desto besser. Wenn es eine Familie ist, die viele Kinder hat, dann waren die ersten Besuche gestaffelt. Das dann nur mal der Vater mit einem Kind gekommen ist und dann die Mutter mit dem anderen.

Und ich hab halt möglichst versucht, dass die ersten Begegnungen draußen stattfinden. Wobei natürlich in erster Linie nur erstmal die Mutterhündin zu denen gegangen ist, damit man mal schaut: Wie klappt das? Wie ist die Chemie und so weiter. Im Vorfeld haben wir natürlich das alles auch schon abgesprochen.

Ja, und dann gab’s halt natürlich schon von mir klare Verhaltensregeln. Also die Do´s und Don’ts, die waren für mich wichtig.

  • Es wird mit keinem Hund geschimpft.
  • Die Welpen machen das und das und das und das ist okay. Und die werden nicht gemaßregelt.
  • Wie man sich verhält, wenn man Angst hat. Das finde ich ganz wichtig. Also wenn Kinder mit sind, auch wenn die sagen: Nee, nee, ich hab keine Angst. Aber wenn dann mal so eine Hündin mit 50, 55 Kilo daherkommt, dann ist das halt ein großer Brocken. Also wie gehe ich damit um?
  • Ja, was war mir noch wichtig? Dass die Zeit begrenzt war und ich jederzeit sagen konnte es ist jetzt genug!

 

[35:09] – Anne

Sind die Leute bei dir in das Wurfzimmer gegangen?

[35:13] – Anja

Genau, da hab ich vorhin den Sprung nicht geschafft. Ich habe möglichst geschaut, dass der Kontakt draußen stattfindet. Wir haben auch zu Welpenzeiten immer einen Teil des Gartens separat abgezäunt. Das war dann später auch für die Hundegruppe natürlich gut, dass man die auch trennen konnte.

Und dann hab ich immer geschaut, dass dieser Kontakt draußen stattfinden konnte. Das heißt, die Welpen konnten sich aussuchen, ob sie diesen Kontakt jetzt möchten oder nicht und sie haben sich jederzeit zurückziehen können. Das gilt natürlich für die Mutterhündin auch.

[35:57] – Anne

Das heißt, wenn du deinen Welpen suchen gehst, dann versucht der Züchter es nicht primär dir recht zu machen, sondern er möchte es für die alle Welpen und die Mutterhündin möglichst angenehm gestalten, weil das eben das Nachhaltige ist.

Das heißt, er nimmt nicht einfach den Welpen und packt dir den auf den Schoß und du darfst dir auch nicht einfach einen da raus grabschen, sondern es wird schon mit System gemacht. Mit Vorsicht. Und es geht immer im Sinne des Welpen, denn der ist gerade derjenige, der ganz neu dazulernt.

[36:34] – Anja

Ja, das finde ich ganz wichtig. Ich als Züchter hab die Welpen schon öfter mal hochgehoben, keine Frage. Du musst sie ja auch wiegen und alle möglichen Checks machen und so weiter.

Aber das dieses Aufheben von den Hunden das habe ich komplett vermieden und wir haben es immer so gestaltet, dass der Kontakt eigentlich auf Augenhöhe stattfindet. Also wir haben uns quasi immer auf die Picknickdecke begeben. Das war so unser Standard, oder auf den Boden.

[37:03] – Anne

Anja, gibt’s noch irgendetwas, was du sagen möchtest zum Thema Zucht oder Züchtung?

[37:09] – Anja

Die wichtigsten Sachen haben wir gesagt. Also es ist sehr wichtig, sich zu informieren und eine grobe Vorstellung von dem zu haben und in den Dialog zu gehen mit dem Züchter.

[37:20] – Anne

Zum Thema Rasse machen wir dir einen eigenen Podcast bzw. zum Thema Qualzucht und wo du bei der Auswahl der Rasse vielleicht ein bisschen darauf achten solltest.

Auch da finde ich es ganz wichtig. Such dir einen Hundetyp wo du dir einfach nochmal bewusst machst, dass du damit etwas langfristig förderst oder eben auch nicht. Und du kannst an der Stelle super dafür sorgen, dass du bestimmte Sachen gar nicht unterstützt, wie z.B. zu kurze Nasen, schlechte Atmung, aber auch bestimmte Krankheiten, die eben bei vielen Hunden vorkommen.

In diesem Sinne hoffen wir, dass wir dir eine Menge mitgeben konnten und freuen uns darüber, wenn du auch beim nächsten Podcast wieder mit dabei bist. Wenn du Fragen oder so hast, werde doch Teil unserer Facebook Community und da kannst du uns gerne zu dem Thema befragen.

[38:24] – Anja

Hör mal wieder rein.

 

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