5 Tipps, wie du als Hundehalterin entspannter wirst

5 Tipps, wie du als Hundehalterin entspannter wirst

„Anne, das Problem ist nicht der Hund. Das Problem bin ich. Ich bin einfach immer so angespannt.“ Ich bin total happy, wenn Menschen erkennen, dass sie ein Faktor für das Verhalten ihres Hundes sind und nicht mehr denken, dass ein Hund einfach zu funktionieren hat.

Doch die umgekehrte Denkweise, das „ich bin schuld“ ist mindestens genauso ungesund und unwahr. Du machst es dir damit zu einfach. Und ehe du jetzt rebellierst und mich in Gedanken trotzig anmaulst „Das ist nicht einfach! Das fühlt sich kacke an und ich wäre so froh, wenn ich es loswäre.“, lies erstmal weiter…

5 Tipps, wie du als Hundehalterin entspannter wirst

Warum fallen uns diese Gedanken so leicht, wenn sie uns doch nicht guttun?

Unser Gehirn sucht stets nach Vereinfachungen, damit wir uns in unserer komplexen und schnelllebigen Zeit zurechtfinden und es nicht zu sehr überfordert ist. Dabei läuft es allerdings Gefahr einigen Irrtümern zu erliegen. 

So sind wir schnell gewillt, etwas als Wahrheit hinzunehmen, weil viele Menschen der Ansicht sind. Oder wir glauben, dass wir die Realität kennen und vergessen, dass wir mit unseren Sinnen und unserer Aufmerksamkeit nur einen Bruchteil von dem Wahrnehmen, was tatsächlich in dem Moment geschieht. 

Hat unser Gehirn erst einmal ein vereinfachendes Muster gefunden, so sucht es permanent nach Beweisen, dass es richtig liegt. Wir nehmen nur noch selektiv wahr, was wir wahrnehmen wollen. Der Rest entzieht sich schlichtweg unserer Aufmerksamkeit. 

Wann immer du also die Realität auf eine simple Pauschale runterbrichst, läufst du Gefahr, einem riesigen Irrtum aufzusitzen. Das wäre ja nicht weiter schlimm, wenn diese Interpretation dir und deinem Hund guttun würde und dich weiterbringen würde. 

Die meisten dieser Pauschalen blockieren uns und bringen uns in eine bescheidene Hilflosigkeit! 

Du möchtest dieses Muster durchbrechen und raus aus der Hilflosigkeit? Dann können dir diese Fragen und Anregungen helfen.

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1. Hinterfrage dich!

Wann immer du dich bei pauschalen Sätzen oder deutlichen Vereinfachungen erwischst, macht es Sinn, dir ein paar Fragen zu stellen. 

Die Klassiker der Vereinfachungen und Pauschalisierungen sind:

Immer, wenn er …
Ich bin einfach zu…
Das macht er, weil…
Ein Klassiker aus meiner täglichen Praxis: 

Meine Kundin: „Oscar rastet bei jedem Hund total aus. Er ist dann nicht mehr zu bändigen.“ 

Ich: „Bei jedem Hund?“ 

Sie: „Ja, egal, wann, wie, wo. Er ist sofort von 0 auf 180.“

Ich gestalte das erste Training entsprechend vorsichtig. Wir sehen den ersten Hund auf große Distanz in einem spannenden Umfeld. Warum ich das so mache, erkläre ich dir unter anderem in unserem kostenfreien Trainingsguide, zu dem du dich hier registrieren kannst. 

Der einbestellte Sparringspartner taucht auf. Oscar schaut kurz hin, schnüffelt dann am Boden und geht auf Mäuschen-Suche. Ich hake nach und erhalte die Antwort: „Ja, der läuft ja nicht auf uns zu.“ 

Das Beispiel von Oscar ist eines, ich könnte dir hunderte ähnliche Beispiele aufzählen. Hat meine Kundin gelogen oder dramatisiert? NEIN! Sie ist ihren Erinnerungen und ihrem Gehirn aufgesessen! Das ist absolut normal. 

Wenn du dich davor schützen willst, dann brauchst du gute Reflexionswerkzeuge und das sind Fragen! Meine Lieblingsfragen sind: 

Tut das, was ich da glaube mir wirklich gut? Bietet es mir Lösungen und Handlungswege?
Kann ich mir absolut sicher sein, dass es die Realität ist und der Wahrheit entspricht? 
Was passiert, wenn ich einfach mal das Gegenteil denke? Welche Türen öffnen sich dann? 
Es geht bei den Fragen nicht darum, die Situation zu bagatellisieren, sondern darum dich auf neue Ideen zu bringen und Muster zu durchbrechen! 
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2. Plädiere für dich!

Du gibst stets dein Bestes, da bin ich mir sicher. Du tust nichts, was dir oder deinem Hund bewusst Schaden zufügt. Das kann und will ich mir einfach nicht vorstellen. Ich komme stets von der Annahme, dass das, was du gerade tust, die beste Idee ist, die dir bisher gekommen ist. 

Gelingt es auch dir, das zu denken? 

Ich kenne es so gut, dass mich Selbstzweifel zermartern. Das ich mich mit Vorwürfen geißele und mir ein schlechtes Gewissen einrede. 

Sei mal ehrlich: Wie wäre es, statt dir Vorwürfe zu machen, einfach mal laut zu dir zu sagen: 

Ich gebe mein Bestes.
Ich tue, was ich kann. 
Ich bin bereit noch mehr zu lernen und mich zu hinterfragen, doch im Hier und Jetzt ist das die bestmögliche Antwort, die ich mir selber geben kann. 
Auch hier: Es geht nicht darum, zu sagen „So bin ich und mein Hund hat halt Pech.“ Sondern einfach anzunehmen, dass du es jetzt gerade nicht besser kannst und dir dann passende Inspiration oder Unterstützung zu suchen. 

Und ja, auch mir fällt das nicht leicht, da ist immer sofort das kleine, fiese „ABER“, was sich mir aufdrängt. Du darfst das üben. Ersetzt mal das ABER durch ein UND, formuliere deine Vorwürfe um:

„Ich gebe mein Bestes, ABER ich kann das einfach nicht.“

„Ich gebe mein Bestes UND ich kann das NOCH nicht.“ Oder noch besser „Ich gebe mein Bestes UND ich lerne dazu.“ 

Wie fühlt es sich an, die Vorwürfe mal dadurch zu ersetzen? Gibt dir das Mut? 

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3. Suche dir Unterstützung!

Unterstützende Gedanken und Fragen sind in jedem Fall die halbe Miete. Wenn du dir nun noch ein Umfeld suchst, dass dir Mut macht, dich fördert und manchmal auch ein wenig triggert und anspornt, dann hast du ein richtig gutes Fundament. 

Die meisten von uns haben das Problem, dass sie umringt sind von Menschen, die es scheinbar besser wissen und sich wenig lösungsorientiert und konstruktiv mit den Dingen beschäftigen. Wir haben es einfach nicht gelernt! Hattest du in der Schule die Fächer: Selbstwirksamkeit, Eigenständigkeit und Reflexion? Ich nicht! 

Schau dir dein Umfeld an und denke daran: Sie leben die beste Antwort, die sie kennen! 

Und dann schau dich um, wo du das Umfeld ergänzen kannst. Gibt es Orte, an denen du dich mit andersdenkenden Menschen vernetzen kannst? 

Ich lade dich zum Beispiel in meine kostenlose Facebookgruppe ein – genau für diesen Zweck! 

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4. Spieglein, Spieglein an der Wand…

Oft höre ich die Plattitüden wie „Wie der Herr, so das Gescherr“ oder „Der spiegelt mich“. Das Thema „Spiegelneuronen“ ist in aller Munde. 

Doch Spiegelneuronen machen ein Individuum nicht zu einer wandernden Masse ohne eigenes Gehirn! Vergiss es. 

Spiegelneuronen sind wichtige Elemente des Gehirns von hochentwickelten sozialen Wesen. Sie geben uns die Möglichkeit von Empathie und Mitgefühl. 

So lange wir uns selber in einer guten Balance befinden, ist dies eine wunderbare Fähigkeit. Das Problem entsteht erst, wenn wir nicht mehr zwischen unseren und den Gefühlen der anderen unterscheiden können, uns nicht abgrenzen. 

Dann wird Mitgefühl zu Mitleid. 

Was heißt das für deinen Hund und dich?

Wenn du das Gefühl hast, dass dein Hund massiv an Stimmungsübertragungen leidet, bedeutet das nicht, dass du in der Situation komplett anders sein musst. Sondern, dass grundsätzlich in der Balance deines Hundes etwas nicht stimmt und er dadurch viel sensibler reagiert, als es gesund wäre. 

Statt hier primär bei dir anzusetzen und dir den Druck zu machen, lautet die Frage also: „Wie bekomme ich meinen Hund in eine gesunde Balance und Ausgeglichenheit, sodass er gelassener auf meine Stimmungen reagieren kann?“

Denn selbst wenn du es schaffst, dass du in dieser Situation zur coolen Socke mutierst, wird es andere geben, in denen deine Nerven blank liegen. Und dann?

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5. Etabliere neue Strategien

Stress ist eine Folge von Kontrollverlust. Mehr dazu erfährst du in dieser Podcast Episode #23 „Was ist eigentlich Stress“. Wenn du gestresst bist, bedeutet das, dass du die Kontrolle verloren hast oder es befürchtest. 

Entspannung kann nicht erzwungen werden. Sie entsteht, wenn du dich sicher fühlst und Strategien hast. 

Gedanken wie, „ich muss entspannter sein“ enthalten keine Strategien. Stelle dir die Frage: „Was brauche ich, damit ich mich sicher fühle?“ Und dann etabliere entsprechende Werkzeuge und Strategien. 

Das wird auch ein:e gute:r Trainer:in mit dir machen. Schritt für Schritt neue Methoden mit dir trainieren, die du:

trocken übst, bis du es schaffst, ohne nachzudenken.
mit Aufregung verbindest und sie wieder übst.
Schritt für Schritt in deinen Alltag bringst.

Klingt langwierig und aufwendig? Ist es nicht – oder doch? Die ersten Erfolge zeichnen sich schon bald ab und geben Erleichterung, doch dann heißt es am Ball bleiben, sonst sind Rückfälle vorprogrammiert.

In unserem Podcast #32 geben wir dir konkrete Tipps, die du in deine Strategien einbauen kannst.

Wünschst du dir meine Begleitung auf deinem Weg? 

Dann habe ich zwei Vorschläge für dich:

Zum Thema Begegnungen empfehle ich dir mein Webinar mit zugehörige Selbstlernkurs „Basics für Begegnungen an der Leine“ dort kannst du meinen Trainingsweg kennenlernen.  

Hier gehen wir nicht nur noch einmal auf die konkreten Ursachen für Begegnungsprobleme ein und geben dir Tools an die Hand mit denen du diese ermitteln kannst, sondern du bekommst auch konkrete Trainingsanleitungen. 

Wenn der für dich passt, schaue dir „Ein echtes Team“ an. Hier begleiten mein Team und ich dich 6-12 Monate durch alle Problemstellungen in ein anderes Leben mit Hund. Ich freue mich auf dich und deinen Hund! 

Last but not least: Lass dir von niemandem einreden, dass du nicht gut genug, schuld oder sonst etwas bist! Es ist sein Gehirn, was sich stark vereinfachenden Mustern bedient – du weißt jetzt: Er oder sie hat es bisher nicht besser gelernt. 

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