Spezial mit Sandra: Umstrittene Hilfsmittel im Hundetraining

Sandra im Gespräch mit Anne Bucher

In der Sonderreihe „Sandra im Gespräch mit…“ lädt die promovierte Biologin Dr. Sandra Foltin zum Interview. In der ersten Ausgabe ist Anne Bucher von Anders mit Hund zu Gast und spricht mit Sandra über umstrittene Hilfsmittel im Hundetraining. Dazu gehören das Halti, eine Art Kopfhalfter für Hunde, Geschirre, bei denen die Leine am Brustring eingehängt wird oder auch eine Vorrichtung, um den Hund am Fahrrad zu führen.

Was haben diese Hilfsmittel gemeinsam? Der Hund erfährt unangenehme Konsequenzen, wenn er unerwünschtes Verhalten zeigt, es wird also über Hemmung und Strafe gearbeitet. Gerade das Halti sitzt an einer sehr sensiblen Stelle des Hundes und drückt auf empfindliche Bereiche im Nasenrücken- , Fang- und Kieferbereich. Ganz zu schweigen von den Kräften, die auf den Hals wirken, sollte der Hund nach vorne schießen und am Kopf herumgerissen werden. Ebenso wie die Leine am Brustring kann das Halti dazu führen, dass Hunde eine unnatürliche Haltung einnehmen, was zu Schäden am Bewegungsapparat führen kann.

Neben den physischen Einschränkungen kommen die psychischen dazu. Die Hunde können die Umwelt nicht mehr erkunden, wie es sich für einen Hund eigentlich gehört. Gerade beim Schnüffeln kann ein Halti oder eine am Brustring baumelnde Leine eine große Einschränkung darstellen.

Vom Laufen am Fahrrad ganz zu schweigen. Anstatt den Hund müde und entspannt zu machen, wird der Hund durch die Bewegung in eine höhere Erregungslage gebracht, und viele Eindrücke prasseln schnell auf ihn ein, ohne dass er sie verarbeiten kann. Das erzeugt Frustration und kann ganz schön nach hinten losgehen.

Wie kannst Du denn nun die Probleme mit Deinem Hund in den Griff bekommen, ohne diese und ähnliche Hilfsmittel einzusetzen? Mit Training – und das ist nun mal arbeitsintensiver und langwieriger. Dafür kannst Du mit deinem Hund ein schönes Miteinander aufbauen und Ihr wachst zu einem echten Team zusammen!

Diese Tipps und Tricks kannst Du aus dieser Episode mitnehmen, wenn Du auf umstrittene Hilfsmittel verzichten möchtest:

  • Investiere viel Zeit und und Geduld ins Training. Bringe Deinen Hund nicht in Situationen, die er noch nicht bewältigen kann, sondern fange klein an und steigere in kleinen Schritten.
  • Erarbeite mit Deinem Hund alternative Strategien, wie z.B. das Ausweichen an den Wegesrand, wenn Fahrradfahrer vorbeikommen. Je mehr Strategien Dein Hund hat, mit den Herausforderungen der Umwelt umzugehen, desto mehr kannst Du Deinen Spaziergang genießen.
  • Strukturiere Deine Strecke. Wo darf Dein Hund seinen Hobbys nachgehen, schnüffeln, erkunden und herumtrödeln? Wo möchtest Du Dich sportlich betätigen und vielleicht walken, joggen oder radeln, und Dein Hund läuft frei mit? Erarbeite gezielt eine Strecke, wo Ihr alle Interessen unter einen Hut bekommt und sowohl Du als auch Dein Hund auf Eure Kosten kommen.

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