Wie angewurzelt.

Wenn Dein Hund in Begegnungen einfriert.

Viele Hundehalter:innen kennen und fürchten die Situation – Du auch? Ein Hund kommt entgegen, und Dein Hund friert ein. Der andere kommt immer näher, und Du bist nicht in der Lage, den eigenen Hund zum Weitergehen zu bewegen. Womöglich ärgerst Du Dich über den rücksichtslosen Menschen, der sich Dir nähert, wo er doch sehen müsste, dass Du ein Problem hast.
In dieser Folge sprechen Anne und Anja über die Hintergründe, die dazu führen können, dass Hunde in Begegnungen einfrieren. Es kann ein tatsächliches Einfrieren sein, weil das Hundehirn im Konflikt ist und überlastet. Möglicherweise möchte er den anderen Hund auf Distanz halten oder vertreiben. Es kann auch sein, dass die Richtung weg vom anderen Hund ein noch größeres Übel für ihn bedeutet.

Du erfährst, wie wichtig es ist, die Körpersprache lesen zu lernen – die Deines Hundes, und worauf Du beim anderen Hund achten kannst, und was Du im Vorfeld trainieren kannst, um Begegnungen ohne Einfrieren zu meistern. Sollte es doch dazu kommen, gibt es einige Strategien, mit denen Du bei Dir selbst ansetzen kannst, denn häufig trägt die eigene Anspannung nicht dazu bei, dass es besser wird. Du hörst, dass es unter gewissen Umständen durchaus eine Lösung sein kann, einen kleinen Hund hochzuheben, und wieso es wenig Sinn macht, die Umwelt beeinflussen zu wollen.

Diese Tipps können Dir weiterhelfen, wenn Du einen Hund hast, der in Begegnungen zum Einfrieren tendiert:

  • Beschäftige Dich mit der Körpersprache Deines Hundes. Welche Bewegungen gehen dem Einfrieren voraus? Wird er langsamer, schnüffelt ab und zu am Wegesrand? Schaut er häufiger zu Dir oder gehen die Ohren nach oben? Möglicherweise zeigt auch der entgegenkommende Hund diese Verhaltensweisen – falls sie ihm nicht aberzogen wurden.
  • Trainiere mit Deinem Hund Mikrobewegungen, also sehr kleine Bewegungen. Trainieren bedeutet, Situationen zu schaffen, in denen Ihr systematisch übt, außerhalb des Ernstfalls. Minimale Bewegungen können einen erstarrten Hund überhaupt wieder in Bewegung bringen. Solche Mikrobewegungen können eine Nasen- oder Augenbewegung zu Deiner Hand sein – es bieten sich v.a. Bewegungen an, die den Blickkontakt zum anderen Hund unterbrechen.
  • Baue mit Deinem Hund ein Entspannungssignal auf, das die Erregung kurzzeitig absenkt. So kannst Du ihm aus dem Konflikt heraushelfen und danach ein Alternativverhalten abfragen oder weggehen. Das Entspannungssignal kann ein Wort sein oder auch Berührungen. Dabei ist es besonders wichtig, dass diese im Vorfeld systematisch aufgebaut werden, um den Hund im Ernstfall nicht zu überrumpeln.
  • Erarbeite Strategien für Dich selbst, um in solchen Situationen nicht zu verkrampfen und es Deinem Hund womöglich noch schwerer zu machen. Dazu gehört ein gutes Leinenhandling und etwas Selbstbeherrschung, da wir uns im Reflex gerne anspannen und die Leine straff ziehen. Achte darauf, mit Deiner Körperhaltung weder Deinen noch den anderen Hund zu bedrohen. Ganz wichtig: atmen nicht vergessen.
  • Um für den Ernstfall gewappnet zu sein, trainiere mit Deinem Hund im Vorfeld verschiedene Laufmuster, die Dir in Begegnungen zugute kommen können. Dabei bietet sich an Bögen zu laufen, eine Kehrwende zu machen, sich im Zickzack an etwas anzunähern oder zu entfernen. Diese Laufmuster kann man mit genügend Training sogar unter Signal stellen.
  • Last but not least empfiehlt es sich, ein stationäres Verhalten zu trainieren, das Euch Sicherheit gibt, falls man aus einer schwierigen Lage nicht wegkommt. Sehr gut geeignet sind die isometrischen Übungen, die Körperkontakt und Sicherheit bieten, und Du praktischerweise die Leine kurz und die Hand nahe am Geschirr behalten kannst. Das ist auch gut für Dein Sicherheitsgefühl.

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Wenn Du es alleine angehen willst, dann schau Dir unseren DIY Trainingsplan an. Mehr Tipps und Tricks, wie Du die häufigsten fünf Fehler bei Begegnungen vermeidest und was Du stattdessen tun solltest, gibt es im Vortrag.

 

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