F wie Freilauf

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Erfahrungsaustausch mit Dr. Sandra Foltin

Erinnerst du dich an unsere Podcast Episode 17 „Wenn Hunde in den Freilauf dürfen“? Ich habe Dr. Sandra Foltin interviewt und wir haben gemeinsam einen Lauf, ähnlich wie in ihrer Studie, mit meinen Hunden vereinbart. Genau darum geht es in dieser Podcast Episode!

Wir stellen Sandra deine Fragen rund um ihre Erfahrungen und Auswertungen und die liebe Anja interviewt Sandra und mich über meinen „Versuchslauf“.

Dazu klären wir die Frage: Was ist Freilauf eigentlich für uns und warum ist er so wichtig für unsere Hunde?

Für alle, denen die Folge zu lang ist, gibt es auch wieder das Transkript zum Nachlesen!

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Transkript zur Podcast Episode:

#20 F wie Freilauf
Erfahrungsaustausch mit Dr. Sandra Foltin

[00:00] – Anja

In unserer heutigen Podcast Episode haben wir wieder die liebe Sandra Foltin zu Gast. Sie ist Biologin und Anne hat sie in unserer Episode 17 zu ihrer Doktorarbeit interviewt. Sie und Anne werden dir heute noch mehr über das Thema F wie Freilauf erzählen. F wie Freilauf, weil diese Podcast Episode Teil unseres Hunde-ABC’s ist. Wir haben nämlich für dich zu jedem Buchstaben des Alphabets einen Begriff aus der Hundewelt herausgesucht und geben dir dazu auf Instagram, Facebook, im Blog und natürlich auch hier im Podcast Input. Abonniere auch unbedingt den Newsletter für vertiefende Infos. Also Anne, du hast an Sandras Studie zum Freilauf teilgenommen. Wie war deine Erfahrung? Wie ist es bei dir abgelaufen?

[00:51] – Anne

Für mich war das eine super super Herausforderung, denn es war ja nicht nur die Minnie im Freilauf. Die, als sie zu uns kam, als ein exzessiver Jäger galt, der wirklich über Kilometer, über Stock und Stein und sagen wir mal „biologisch nicht mehr normal“ den Schatten nachgerannt ist. Sondern es war ja gleichzeitig dazu die Nayeli im Freilauf. Die, seitdem sie zu uns kam ja mehrere Vorfälle hatte mit Beißen von Menschen, auch von fremden Menschen, mit Aggressionsverhalten gegenüber anderen Hunden. Und wir waren in der Fremde unterwegs.

 

Ich durfte nicht rufen

 

Ich durfte nicht rufen. Wir hatten auf dem Weg zu dem Freilauf – ich sag mal Freilaufgebiet, es war kein klassisches Freilaufgebiet – hatten wir schon einige Begegnungen und wir sind nicht stehengeblieben. Das heißt, wir sind die ganze Zeit weitergelaufen im fremden Gebiet. Unsere Hunde hatten keine Ahnung wohin. Wir sind jetzt auch nicht immer nur geradeaus gelaufen, sondern auch mal abgebogen und das war schon krass. Also die Technik. Klar, die gibt einem Rückhalt. Andererseits wollte ich auch nicht wie so ein Nerd dauernd auf die Technik drauf gucken. Um zu gucken, wie weit sind meine Hunde jetzt weg. Also ich hatte schon ziemliche Wackelpudding-Knie zu Beginn.

Und dann hat es aber mega viel Freude gemacht einfach meine Hunde zu beobachten und zu sehen, wie viel Spaß die haben und was für tolle Sachen waren. Ich erinnere mich an einen Moment relativ am Anfang. Ich würde sagen im ersten Drittel, da war die Nayeli auf einmal außerhalb der Sichtweite und wir sind weiter gegangen und die Sandra und der David waren sich nicht ganz sicher, ob die steil bergauf durchs Gebüsch uns wiederfindet mit ihren ganzen Problemchen im Bewegungsapparat. Und dann verschwand die Minnie auch. Und kurz drauf tauchten die beiden zusammen wieder auf. Das war für mich ein ganz tolles Erlebnis, wo sich das wirklich angefühlt hat: jetzt mal so aus der Hundemama Perspektive mit „die eine hat die andere wieder abgeholt und zu uns geleitet und so weiter.“

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[02:44] – Anja

Sandra, wie war das für dich? Was konntest du jetzt bei den beiden beobachten?

 

Die Hunde sind vom Charakter sehr unterschiedlich

 

[02:49] – Sandra

Also für mich war es ganz spannend, weil ich, weil die Hunde vom Charakter, jetzt erst einmal von der Physis unabhängig, sehr unterschiedlich waren.
Minnie, die ja sehr ja, interessiert ist auch. Die sehr viel exploriert hat. Ich würde spekulieren, auch viele Spuren wahrgenommen hat, denen sie dann auch in relativ schnellem Tempo gefolgt ist.

Und auf der anderen Seite Nayeli, die etwas langsamer unterwegs war, behäbiger, wie das auch zu erwarten war. Sie ist ja auch viel großräumiger, älter, hatte ja auch einige gesundheitliche Probleme. Und die mehr so in ihrer eigenen Welt, sehr unabhängig, die Dinge etwas langsamer, aber auf ihre Art untersucht hat. Aber auch ganz sicher. Also wirklich. Sie ist vielleicht nicht so weit weg, aber sie ist durchaus schon so gegangen, dass wir sie nicht sehen konnten und sie uns auch nicht. Und nichtsdestotrotz tauchte sie immer wieder auf. In ihrer eigenen Zeit auch. Und ich denke, sie hat auch ganz viele Informationen aufgenommen, wahrgenommen und ich hatte auch das Gefühl, dass sie immer entspannter wurde. Sie wurde schneller, auch von der Gangart. Also alles lief ein bisschen lockerer auch, das spielte sich so ein. Und keinerlei Unsicherheit. Aber durchaus aufmerksam. Sie wusste immer, wo wir sind. Aber sie hat eben auch sich die Dinge erschnüffelt, mit Sinnen wahrgenommen, die sie jetzt auch spannend fand.

[04:30] – Anne

Sie ist übrigens nicht die Ältere, sie ist die Jüngere.

[04:33] – Sandra

Hab ich gesagt. Ältere.

[04:35] – Anne

Ja, sie ist die dickere und größere, aber die jüngere. Aber es ist okay.

[04:40] – Sandra

Okay.

[04:42] – Anja

Das heißt jetzt aber auch, ihr habt die Hunde wirklich im Freilauf gehabt. Ihr habt einfach garnix getan. Das heißt, das was du unter Freilauf verstehst, Sandra, und was die Anne gemacht hat, auch wenn sie dabei manchmal vielleicht die eine oder andere merkwürdige Emotionen gehabt hat, ist wirklich den Hund machen lassen, was er möchte?

 

Den Hund machen lassen, was er möchte?

 

[05:04] – Sandra

Genau. Und wir reden jetzt nicht über Anarchie. Wir haben ja wie Anne auch erwähnt hat immer das GPS natürlich an. Das GPS ist sehr präzise. Also wir wissen wirklich im 2 Sekundentakt, das wird über Satelliten – eben die Hunde tragen ja das Halsband – auf unserer Handgerät dann auch übertragen, wo sich die Hunde befinden, wie schnell die laufen usw. Wir bekommen eine Menge Information. Aber, und deswegen auch Freilauf, wir sprechen hier nicht von einem eingezäunten Freilaufgebiet, sondern ich wähle Gebiete aus. Je nach Beschreibung der Besitzer des Hundes, wo eventuell Problematiken liegen können. Also ganz klar, wir sind weiter weg von Straßen und so weiter. Es darf auch nichts passieren, aber diese Gebiete sind nicht eingezäunt. Es gibt durchaus auch Wild da oder wie Anne auch sagt Begegnungen mal mit Mountainbikern oder da kommen Jogger. Es kann auch mal ein Pferd vorbeilaufen. Das kann alles passieren. Es ist kein eingezäunter Hundefreilauf, der dementsprechend eben auch restriktiver gestaltet ist. Wir sind draußen. In diesem Fall war es auf der Halde oder auch im Wald. Und der Besitzer darf eben währenddessen, so hab ich es in der Studie gemacht, den Hund nicht abrufen. Außer in Notsituationen selbstverständlich. Ansonsten möchte ich, dass der Hund exploriert, denn darum geht es ja, herauszufinden was macht er oder sie? Wie weit läuft er oder sie? Und wie sicher ist der Hund auch? Was kann er, was kennt er? Und das sieht man auch im Laufe der Zeit dann.

[06:39] – Anne

Für mich war total schwierig z.B. einen Moment für dich, falls du da draußen jetzt zuhause zuhörst. Die Nayeli, wie gesagt Aggressionsverhalten gegenüber Menschen und anderen Hunden. Und wir hatten mehrere Menschenbegegnungen. Wir hatten ein Walker-Ehepaar, ein etwas älteres. Mit denen hatte sie überhaupt kein Problem. Da hat sie einfach weiter erkundet. Die sind an ihr vorbei gestöckelt und es war überhaupt kein Problem. Sie ist dann noch kurz mit denen mit. Die Mini ist auch kurz, mal mit denen mit, als wir die später nochmal wiedergetroffen haben.

Aber meine mega Herausforderung war, als sich von hinten, wir gingen gerade bergauf und waren auf dem Hauptweg sozusagen, und von hinten kam ein freilaufender heller Labbi mit einem Mann. Und die Sandra war grad ein bisschen angespannt, weil die Minnie sehr weit weg war und die Sandra und der David waren die ganze Zeit an der Technik und guckten wo läuft denn die Minnie und wo ist sie denn und wie weit ist sie von uns weg. Und der Labbi holte von hinten auf und ich hab immer nur zum David gesagt: „Wir gehen jetzt weiter, du gehst jetzt mit weiter. Wir gehen jetzt weiter, wir müssen wieder Distanz machen.“ Und da hab ich wirklich gemerkt, ich kriege Butterkniee. Mir wird wirklich übel, weil ich wirklich Schiss hatte. Die Nayeli hat den gesehen. Sie hat geknurrt, ist steif geworden. Sie hat sich mit den Vorderbeinen auf einen Wall gestellt und ich bin dann einfach weitergegangen. Und hab gedacht „Okay, atmen, weiter gehen, nichts sagen.“ Und das war für mich total irre, weil sie ist dann mit mir weitergegangen, ist dann mit mir zusammen vom Hauptweg auf einen Nebenwege gegangen. Hat da kurz geplanscht, was getrunken, sich dann wieder auf den Wall gestellt und beobachtet, wo der Mann mit dem Hund denn hingeht. Und dann ist sie wieder in ihre Erkundung.

Also auch da für einen Hund wo ich hätte ja nichts machen können. Also klar, ich hätte sie abrufen können. Aber wie groß, wie gut ist unser Rückruf wirklich wenn der Hund in Aggressionsverhalten kippt? Ich hätte sie vermutlich abgerufen, wenn ich gesehen hätte, dass der Körperschwerpunkt nach vorne gegangen wäre. Dann wäre mir auch die Auswertung egal gewesen. Aber da auch einfach zu sagen ah, wenn die richtig happy ist und wenn die hier gerade voll ihren Spaß hat und ich gar nicht eingreife, das schafft die. Das war für mich irre.

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[08:44] – Sandra

Das ist für mich auch so wichtig. Eine Entscheidung, die sie treffen durfte, die sie endlich treffen durfte. Weil eben. Das ist natürlich der Punkt. Ich sage jedesmal auch den Besitzern, wenn was ist. Selbstverständlich dürft ihr intervenieren, wenn’s gefährlich wird. Also Anne hätte jetzt durchaus abrufen können, wenn sie mir gesagt hätte: Ne, oh, unsicher, das wird nichts. Aber ich finde das Schöne ist, wenn man es noch etwas aushält. Sehend natürlich. Jetzt da nichts passiert, das alles noch überschaubar und kontrollierbar ist. Das dann der Hund wählt: Och Mensch, nee, lass uns mal hier die schönen Sachen weitermachen. Ich brauch überhaupt keine aggressive Interaktion. Wir machen noch was viel, viel Spannenderes. Hm, ohne dass ich Stress haben muss. Der Hund, und das ist ja auch biologisch richtig, dass der Hund dann sagt: Ne, hör mal, Stress oder schön, was mach ich denn jetzt wohl? Da mach ich doch schön. Also. Aber wir, ja, ich glaub reagieren oft über oder delegieren den Hund in Situationen, wo er dann nicht mehr rauskommt. Da kannst du sagen ruhig atmen, weitergehen. Vielleicht auch mal nicht Abrufen und Beobachten, beobachten, beobachten. Wenn Anne jetzt gesagt hätte Oh, jetzt geht’s nach vorne, dann wäre eine andere Entscheidung von Nöten gewesen.

[10:05] – Anja

Darf ich an der Stelle, weil es passt grad, du hast gesagt, du überlegst dir gut, brauchst ein paar Infos von den Menschen, die mit dir das machen und überlegst dir, wo du gehst. Und da passt die Frage von Annika ganz gut. Sie hat uns per E-Mail gefragt: Wie macht man das dann mit dem Hund, der vielleicht andere gefährdet? Also Menschen oder Hunde? Kann man das mit so einem Hund machen oder nicht?

 

Wie macht man das dann mit einem Hund, der vielleicht andere gefährdet?

 

[10:29] – Sandra

Ja, natürlich kann man das machen. Anne hat ja gerade auch geschildert, wie es bei ihr auch mit der Historie mit Nayeli ist. Und wir haben das ja auch am Anfang der Studie besprochen. Das ist schon auch ein Hund, wo wir achtsam sein mussten. Darüber muss man sich dann austauschen. Dementsprechend wähle ich dann ein Gelände, was beispielsweise in diesem Fall für uns beide gut zu beobachten ist. Also was sehr offen ist, wo man wirklich auch über einige hundert Meter schauen kann, um eben dann auch sicherzustellen, dass wir vor dem Hund gegebenenfalls die Faktoren Mensch, Radfahrer, was auch immer es ist, sehen und dann die Möglichkeit haben, entweder umzudrehen oder eben gegebenenfalls zu sagen wir leinen an, wenn es nicht anders geht. Sicherheit steht immer an erster Stelle, aber ich kann das Gelände ja auch wählen. Und das muss man besprechen und dann ist es aber auch machbar.

[11:29] – Anne

Die Nayeli war ja auch nicht die einzige, die Probleme mit anderen Menschen oder Hunden hat, die dort mitgelaufen ist. Also bei unserem Lauf natürlich schon. Sonst wäre ich nicht mitgelaufen. Wenn dann noch ein paar Hunde mehr mitgelaufen wären. Aber ich finde es ganz wichtig, dass das grundsätzlich auch mit solchen Hunden geht, dass man dann eben Vorsicht walten muss. Ich würde halt schon durchaus vorher ein paar Signale mit dem Hund trainiert haben, dass man ein bisschen Sicherheit hat. Und an der Stelle finde ich auch nochmal ganz wichtig, nicht nur für so einen Lauf mit der Sandra, sondern auch für den Alltag, dass wir selber, wir Menschen wirklich die Impulskontrolle und die Selbstbeherrschung besitzen. Zu sagen, es kommt was anderes auf uns zu. Unser Hund ist im Freilauf. Und was machen wir jetzt? Wir gehen, rennen nicht zum Hund hin. Sondern eher wir drehen uns in die andere Richtung und gehen zackig weg, damit der Hund quasi ein bisschen in die Entscheidung kommt. Gehe ich jetzt wirklich zu dem fremden Radfahrer und löse mich aus der Sicherheit der Gruppe oder schließe ich mich meiner Gruppe wieder an und komme damit weg? Also da auch wirklich dieses Thema weg vom Hund ist manchmal hin zum Hund oder es holt den Hund zu uns. Das finde ich an der Stelle ganz wichtig.

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[12:42] – Sandra

Und ich muss auch sagen, das habe ich in der Studie mit allen gemacht und das hab ich auch mit allen Besitzern besprochen. Dass das für mich – ich war natürlich dann erstmal immer Entscheidungsträger – das Mittel der Wahl ist. Also, wenn ich etwas sehe, nachdem wir uns dann unterhalten haben und ich gegebenenfalls wusste okay, wo liegen Problematiken. Sei es jetzt ein Pferd oder ein Auto oder andere Menschen, dass ich dann immer gesagt habe, sobald ich etwas sehe. Ich habe auch grundsätzlich ein Fernglas mit. Das kann die Anne auch bestätigen. Dass ich dann sage nicht den Hund rufen. Wir beide gehen jetzt zügigen Schrittes in die andere Richtung. Bitte einfach folgen. Und das war auch eine Erfahrung, die wir fast durchgängig gemacht haben, dass die Hunde dann geschaut haben. Die sollen ja auch schauen. Sie sollen ja durchaus wissen, was ist denn da? Warum machen wir einen Richtungswechsel? Dann aber in unsere Richtung gegangen sind? Das ist ja. Ich möchte ja nicht in eine stressige Situationen laufen und der Hund wählt in der Regel auch genau das. Das er sagt Nee, dann lass uns woanders hingehen und wieder spannende neue Sachen hier erkunden.

 

Warum ist Explorationsverhalten für den Hund so wichtig?

 

[13:53] – Anja

Sandra, warum ist dieses Explorationsverhalten für den Hund so wichtig bzw. warum ist es weniger hilfreich für den Hund, wenn er ständig in der Nähe des Menschen begrenzt ist durch die Leine oder durch Interaktionen?

[14:09] – Sandra

Also dieses Explorations- oder Erkundungsverhalten, das zeigen ja alle Tiere, insbesondere eben in in der Jugend, im jungen Alter. Und das dient natürlich dazu, auch ja die Welt kennenzulernen und einschätzen zu lernen. Wo liegen Gefahren? Wo bin ich hier? Auch was über meine Körperlichkeit herauszufinden als junges Tier. Wie sieht es hier aus? Wo sind vielleicht Ressourcen? Wo gibt es Futter? Und dadurch ja auch mich weiterzuentwickeln. Aber natürlich auch im Gehirn beispielsweise Synapsen zu entwickeln. Dass ich auch immer mehr dazu lerne und Erkundungsverhalten in der echten Welt, sag ich jetzt mal. Also bei normalen nicht domestizierten Hunden, bei Wildtieren. Ist eigentlich auch sehr, sehr gefährlich.

Es gibt eine Studie, die da besagt, dass 80 Prozent der Jungtiere bei Erkundungen und Spielverhalten sterben, weil sie nicht aufmerksam sind, was z.B. Beutegreifer angeht. In dem Moment auch da: die Konzentration kann immer auch nur auf ein Ziel gerichtet sein. Sind sie dann beispielsweise im Erkundungsverhalten, was ganz oft auch mit Spielverhalten oder Lernverhalten gekoppelt ist? Und dann kann natürlich in dem Moment der Beutegreifer viel eher so ein Jungtier schlagen. Aber auf der anderen Seite ein Tier, was nicht erkundet, das stirbt ganz sicher draußen. Denn nicht erkunden heißt ja, ich finde überhaupt kein Futter und ich finde auch keinen Partner, denn dazu muss ich erkunden, muss mein mein Zuhause, meine kleine Höhle verlassen. Das gehört dazu. Und das heißt auch für mich selber Grenzen kennenlernen. Und bedeutet auch für uns, die wir das vielleicht auch als Kinder kennen. Zur Erkundung gehört auch ganz oft, dass mal was passiert.

 

Wie können wir das auf den Haushund übertragen?

 

[16:18] – Anja

Und wie können wir das jetzt auf den Haushund übertragen?

[16:22] – Sandra

Dann möchte ich genau das sehen. Selbstverständlich soll es jetzt nicht einhergehen mit schweren Verletzungen. Das ist klar. Aber dass der Hund gerade als Junghund, wenn er noch nicht so koordiniert ist, nur rein physisch gesehen, dass er mal von einer kleinen Brücke fällt oder einem Holzstab, über den er geht, das ist doch ganz normal. Und das muss so sein, damit er auch diese Körperlichkeit wahrnimmt, dass er auch schaut. Ich möchte ja auch, dass der Hund lernt. Wo bin ich denn. Nicht immer abrufen, dass er sich umschaut, dass er auch mal auf seinen Menschen acht gibt. Denn das schult ja auch nicht nur Lernverhalten und Bindung, aber auch Gedächtnis. So Aufmerksamkeit. Nicht ich, sondern der Hund. Soll mal schauen Oh, wo sind denn die anderen? Sei es der zweite Hund, sei es mein Mensch. Achtsamkeit auch im Sinne von so wie lange kann ich alleine erkunden, bevor mein Mensch weg ist? Auch das zeitliche Parameter, das lernen Hunde auch. Wie finde ich denn zurück auf den Weg? Gehe ich gerade aus, folge ich dem zweiten Hund? Mach ich das selber? Finde ich eine Lösungsmöglichkeit? Das kann ich nur, wenn ich die Möglichkeit habe zu erkunden. Und zwar alleine frei Entscheidungsträger zu sein.

 

Es ist ganz wichtig, den Kontrollzwang von uns Menschen hinten anzustellen

 

[17:40] – Anne

Es gibt ja beim Menschen auch zwei finde ich sehr spannende Ergebnisse aus Untersuchungen, dass eine ist wirklich zum Thema Bewegungsapparates, wenn wir uns immer nur sehr kontrolliert und gleichförmig bewegen. Erstens die Gelenke auch gar nicht mehr oder die Muskulatur gar nicht mehr in der Lage ist Stürze oder sonstiges auszugleichen, abzufangen oder auch ein Stolpern abzufangen. Das sehe ich bei Hunden genauso. Wenn wir sie immer nur kontrolliert laufen lassen, dann haben wir einfach da bestimmte Bewegungsapparatesmerkmale nicht erfüllt und auch bestimmte Knorpel einfach nicht einmal ausgepreßt und wieder vollgesogen mit Nährstoffen. Die sind ja wirklich wie ein Schwamm, die mal richtig durchgedrückt werden müssen.

Und das zweite ist ja auch, dass man beim Menschen weiß, dass Eintönigkeit und Langeweile verdummen lässt. Und wir wollen ja unsere Hunde kognitiv auch stimulieren. Und Stress entsteht z.B. nachweislich nicht nur durch Überforderung, sondern auch durch kognitive, also geistige Unterstimulation. Langeweile ist tödlich und ich glaube, wir sollten an der Stelle nochmal wirklich unterscheiden. Was verstehen wir privat und als Hundetrainer unter Freilauf? Und was verstehen wir in Sandras Studie unter Freilauf? In Sandras Studie haben wir ja wirklich gar nicht oder hat Sandra gar nicht interagieren lassen. Und wenn interagiert wurde, war der Lauf sozusagen nichtig und konnte nicht für die Studie genommen werden. Das sieht ja im Alltag schon wieder ein bisschen anders aus. Da interagieren wir ja mit unseren Hunden und lassen eben nicht anderthalb Stunden alles zu. Und da so die Gratwanderung hinzubekommen, zwischen dem Hund wirklich Freiheiten zu geben, auch den mal vom Weg runter gehen zu lassen, auch mal erkunden zu lassen, auch mal stolpern zu lassen, auch mal drei Sätze hinter der Amsel hergehen zu lassen und dann wieder zu uns zurückfinden zu lassen, das ist ganz, ganz, ganz wichtig, da eben auch diesen Kontrollzwang von uns Menschen hinten anzustellen.

[19:36] – Sandra

Weil für mich war es wichtig in der Studie natürlich. Ich fange sozusagen hinten an. Ich habe das Team, ich muss nichts mehr formen, also da ist Mensch und Hund und ich möchte sehen. Oder dann eben auch anhand der Daten festhalten. Wo befindet sich dieser Hund? Kognitiv, aber natürlich auch physisch, psychisch? Wie weit geht er? Kann er das, das er vom Weg mal abgeht? Kann er seinen Besitzer auch mal räumlich verlassen? Und wie weit läuft er einfach nur vor und zurück? Bleibt er auf dem Weg? Geht ja mal ins Gebüsch. Schafft er das mal alleine zu erkunden oder auch nicht? Es ist ganz interessant, denn die meisten verknüpfen ja wirklich erst mal den Gedanken mit Freilauf: Der Hund ist weg.

Die Studie zeigt ja ganz klar. Über 60 Prozent der Hunde sind wirklich ohne Abruf auf dem Weg geblieben und haben jetzt für meine Studie sehr wenig exploriert, wo ich mir eigentlich sehr viel mehr erwartet hätte. Auch eben an kognitiven Strukturen. Wenn der Hund einmal weiter weg läuft, wie findet er zurück? Denn wie ich auch sagte: Wir bleiben ja nicht stehen, wir laufen weiter. Das heißt also, der Hund muss ja nicht nur wissen, wo er sich befindet im Gelände, sondern eben auch, wo er herkam, wo er zurück muss und wo der Mensch ist. Das heißt, er muss auch ein Verständnis haben. Wie schnell läuft mein Mensch? Und nochmal zur Physis an der Leine. Die Hunde und das zeigt die Studie auch ganz klar, laufen grundsätzlich schneller als wir. Und das heißt wirklich für die Biomechanik, wenn ich einen Hund permanent an der Leine habe, dass er eigentlich immer in einer Schrittverkürzung laufen muss oder wie wir sehr oft sehen im Pass. Dass er also die Symmetrie seines eigenen Gangwerkes überhaupt nicht mehr suchen kann, weil es nicht geht. Da ist ja immer eine Leine dran. Und am Ende der Leine ist Schluss. Also passt der Hund sich den Menschen an und das ist kein physiologisch sauberes Gehen für einen Hund.

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[21:46] – Anne

Kleines Beispiel für euch da draußen. Meine Mini ist 36 Zentimeter hoch, hat 15 Kilo und hatte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 8 kmh. Und sie ist ein Kandidat, wenn sie ans Ende der Leine kommt, ist sie immer frustriert und dann fängt sie an vorne, links, rechts, links, rechts zu laufen oder im Kreis um mich rum. Und das geht schon ein bisschen in Richtung repetitive Verhaltensweisen, wenn der Hund eben solche Gangmuster an der Leine macht und zeigt ganz klar, dass da wirklich physiologisch sinnvoll und auch biologisch sinnvolles Verhalten unterbrochen wird und sich daraus leichte Zwangsverhalten und vor allen Dingen Frustration bildet.

Und Sandra hat eben gesagt 62 prozent der Hunde sind gar nicht großartig vom Weg runter. Das ist z.B. etwas, was mich ganz erschüttert hat, als wir das erste Mal darüber gesprochen haben. Denn Sandra hat ja aus ihrer Studie schon die Hunde rausgenommen, die über stark Zwang gearbeitet wurden, damit sie die gar nicht in einen Konflikt bringt. Das heißt, es sind schon Hunde, die mehr oder weniger explorieren, also erkunden durften, wo aber trotzdem sehr viele Signale vielleicht gegeben wurden. Und ich finde, da ist es für uns Hundehalter ganz wichtig, dass wir uns ganz bewusst machen.

 

Was bedeutet Freilauf?

 

Heißt Freilauf für uns Leine ab. Aber wir halten die ganze Zeit quasi mit Signalen den Hund in der Taktung bei uns. Oder heißt Freilauf für uns? Du hast Freizeit. Du hast Freiheit. Und wenn du was Wichtiges ist, dann kommt von mir das Signal mit „Komm mal bitte zu mir“ oder „Geh mit mir an die Seite“ oder „Hey, wir gehen hier entlang.“ Das möchte ich nicht, weil das ich finde, es ist kein Freilauf für Hunde, wenn man einfach nur ableint, aber sie die ganze Zeit bombardiert.

[23:28] – Sandra

Genauso sehe ich das auch. Denn für mich hat Exploration, Freilauf, Erkundung ganz viel mit selbstbestimmt zu tun. Und das heißt auch der Hund in seiner Zeit, in seinem Tempo, was auch durchaus sehr langsam sein kann. Da bleibt er mal stehen. Was? Auch das kann ich mit der Leine gar nicht gewährleisten. Denn ich sehe doch nicht, was der Hund gerade riecht. Das ist ja für uns. Wir nehmen ja viel zu wenig wahr, dass er dann einfach sagt Guck mal, hier ganz spannend. Oder ich über meine Maus oder da ist etwas vorbeigelaufen und jetzt muß ich doch mal ein paar Meter eben ein bisschen schneller. Da muss ich wieder anhalten. Das kann ich mir alleine eigentlich nicht, ohne dass ich in ihren Rug drin habe. Also dass ich den Hund aber in jedem Fall. Das sich das störend einwirkt. Ich glaube, das ist wirklich. Da brauche ich Freiraum, wo der Hund sagen kann So ich jetzt hier in meiner Zeit und mit meiner Distanz und ich komme zurück, ganz klar. Aber ich möchte diese Dinge, die möchte ich jetzt über meine Sinne, die vielfältigen Sinne einfach wahrnehmen. Und dann bin ich wieder bei dir. Während der scheinend ganz klar zwischen deiner Studie. Also wenn die mit dir laufen, die zum Freilauf, gibt’s auch etwas andere Regeln und man muss für den gemeinsamen Freilauf im Alltag wieder andere Regeln aufstellen.

[24:52] – Anja

Und da fragte die Anja dazu, ob du quasi mit ihr, mit ihrem Hund, ob du sie für die Studie brauchen kannst oder ob sie das mit ihr machen kann. Weil ihr Hund sofort los stürmt und ziemlich weit wegläuft, aber nie lange weg ist.

[25:11] – Sandra

Ja, das kann ich auch sehr spannend an. Ist natürlich die Frage eben was heißt weit und was heißt lange? Darüber haben wir auch schon gesprochen. Da kommt nämlich die Psyche des Mädchens natürlich auch ganz klar hervor, weil wir ja. Durchgängig eigentlich. Es ist schon sehr angstbesetzt in dieser Situation. Ich kenne das ja selber. Ich hab meine auch laufen lassen, also einen meiner Hunde, der sehr weitläufig ist und da denkt man schon oder ist der ist Stunden weg und es ist natürlich, ist nicht so. Aber selbstverständlich kann man das machen. Und auch da wieder. Wie eingangs schon gesagt, man muss einfach schauen, was nimmt man da für ein Gebiet, sodass nichts passieren kann. Ja, dass man die Fläche auch besitzt. Und selbst um das hier einzuwerfen bei Hunden, wo Leute sagen oder der geht einfach jagen, wobei wir das ja auch nochmal definieren müssten, dann könnte man immer noch Sachen wie Schnüffel Gärten anbieten, was man wirklich sagt. Es gibt eingezäunte private, größere Gärten, wo auch so ein Hund in Ruhe explorieren kann. Das ist wichtig, dass man vielleicht man muss nach mehr Möglichkeiten suchen, statt grundsätzlich zu sagen und das kenne ich gerade eben auch bei den Windhunde. Diese Hunde sind nicht ableinbar. Aber das stimmt so nicht. Und das ist für einen Hund meines Erachtens auch nicht artgerecht.

[26:34] – Anne

Was ich an der Stelle ergänzen möchte ist die Minnie ist ja auch so ein Hund. Wenn ich sie z.B. abmachen, wenn sie schon frustriert ist oder wenn sie mir schon 2-3 mal an die Leine gegangen ist oder wenn die Leine stramm ist, dann gibt die erst mal richtig, richtig, richtig Vollgas. Und da von uns als Hundetrainer einfach mal der Hinweis Leine nicht ab, wenn der Hund gerade an der gespannten Leine ist, streu erst noch ein bisschen Futter. Lass den bei dir was suchen. Bleibt erst einmal stationär. Dass die Leine durchhängt, bevor du den ableinst. Und dann ist meine persönliche Erfahrung auch gerade bei den Kandidaten, die erst mal so losmarschieren, dann aber zügig wiederkommen.

Häufig hat es auch etwas damit zu tun, dass erst einmal dieser Laufdruck raus muss. Ja, vielleicht hast du schon mal Pferde beobachtet, wenn die im Frühjahr das erste Mal wieder auf die Sommerweide kommen. Da muss erst mal richtig Gas gegeben werden. Und ja, ich habe einen Hund, der sehr gerne, sehr weit und lange läuft, also der wirklich große Kreise zieht und das wird auch nicht dadurch weniger ohne Radius Training z.b. Aber dieser erste Druck, dieses Knallgas geben und erst einmal nur rennen. Das ist besonders schlimm, wenn sie mir vorher in die Leine geknallt ist, wenn sie länger mal nicht in den Freilauf durfte. Und hier haben wir das Bedürfnis zu kontrollieren und zurückzunehmen führt halt häufig dazu, dass wir das Bedürfnis zu rennen immer größer machen beim Hund. Und da finde ich Sandras Vorschlag z.B. erst einmal sich vielleicht einen Schnüffel Garten zu suchen.

Also gibt’s ja auch die Website SchnüffelGärten.com oder .de ist es glaube ich, dann kommt eine Idee. Da zu gucken gibt’s was in deiner Gegend oder gibt’s jemanden, den du kennst, der ein großes eingezäunten Grundstück hat, was eben kein Rechteck Psychopaten Rasen kurz gemäht ist, sondern wo ein bisschen was Spannendes ist? Ist da wirklich den Hund auch erst einmal explorieren zu lassen und das ableinen vielleicht auch erst einmal in diesem Umfeld zu üben, also an der Leine rein zu gehen, mit dem Hund erst zusammen ein bisschen zu erkunden, dann abzuleinen und ihn einfach machen zu lassen.

 

Mein Tipp: Stoppuhr an

 

Und dabei mein Tipp als Hundehalterin. Wenn die Minnie mir von der Leine aus abbrettert. Wir sind in den Freilauf gekommen, weil mein Mann die Leine versehentlich losgelassen hat. Das erste was ich mache, ist das Handy aus der Hosentasche, Stoppuhr an. Stoppuhr an, um zu gucken wann kommt sie das nächste Mal wieder in mein Blickfeld. Und meine Erfahrung bei ihr war am Anfang, das sie ziemlich genau nach zweieinhalb bis drei Minuten kam sie immer mal wieder vorbeigebrettert. Das hilft einem total, weil für mich hat es sich immer angefühlt am Anfang wie 15-20 Minuten.

[29:10] – Sandra

Genau das kann ich auch nur unterstützen, das zeigte der dritte Teil meiner Studie auch. Dass also unser Empfinden, wenn es angstbesetzt ist, was Zeit und Distanz angeht, überhaupt nicht mehr der Realität entspricht, was natürlich oft dann dazu führt, dass wir die Hunde nicht frei laufen lassen, weil wir dann sagen, oh der Hund ist sehr lange weg. Das entspricht wie gesagt aber ganz oft nicht der Realität, sondern genau, was Anne auch sagt. Viele der auch weitläufigen Hunde sind innerhalb von diesen zwei bis drei Minuten zurück. Und das hab ich jetzt auch bei Minnie gesehen. In den Auswertungen, Minnie durchaus weitläufiger, aber diese Kreise, die sind fast immer ähnlich lang. Von der Distanz her, also auch da ist sie eigentlich sehr zuverlässig und sie kommt ja auch immer zurück. Ganz klar, das ist kein Hund, der jetzt 50 Meter läuft. Sie ist schon weitläufiger, aber die Distanz ist schon relativ identisch.

F wie Freilauf

[30:10] – Anne

Und manchmal vertut sich dann der Hund, der Angst vor fremden Menschen hat und läuft erst mit einem fremden Pärchen mit, bis er feststellt, das sind die Falschen.

 

Freilauf und Wild

 

[30:19] – Anja

Ja, die die Ängste von uns Menschen beeinflussen unsere Wahrnehmung. Und da haben wir nämlich noch eine Frage von Sonja, die in dieses Thema gut reinpasst. Und zwar ist ihre Frage, wie du damit umgehst, wenn du so einen Freilauf machst, dass es die Gefahr gibt, das Wild zu Schaden kommt.

[30:43] – Sandra

Ja, das kann man natürlich, das kann ich im Vorfeld nicht sicherstellen. Wir haben bei den Hunden, ich sag mal ab Kniehöhe also auch Minnie wäre da noch ein Kandidat, hab ich eine Kamera auf den Hunden. Und bei den Hunden, bei denen ich diese Kamera auch im Einsatz hatte in der Studie, hab ich natürlich schon welche gewählt, die weitläufiger waren. Und da kann ich nur sagen wir haben nicht einmal, weder eine Hetze gehabt, noch gar ein Schlagen von Wild. Wir können es natürlich nicht beurteilen in dem Moment, wo ein Hund, es war auch eine Barsoi Hündin dabei, die war recht weitläufig und extrem schnell. Bei der die Besitzerin im Vorfeld auch sagte, sie sei vom Jagdverhalten sehr hoch. Das hat sich überhaupt nicht bestätigt. Das war auch einen Hund, der war sehr lauffreudig. Ich denke auch das war eine Strategie auch für sie. Endorphine. Laufen macht glücklich. Sie war schnell. Sie war weit. Aber sie ist auch genauso schnell wieder zurückgekommen. Und auf der Kamera ist nirgendwo Wild zu sehen. Also sie hat nicht gehetzt. Sowas kann aber immer passieren. Sollte nicht passieren. Wenn wir gerade nicht da sind. Also wenn wir sehen wird natürlich sofort abgerufen, ganz klar.

[32:04] – Anne

Ich finde an der Stelle ganz, ganz wichtig, dass wir vielleicht auch da gucken, wir können ja beeinflussen. Also wir können uns erstens mal überlegen, wo gehen wir spazieren. Zweitens sollten wir vielleicht mit den Hunden nicht gerade in der Dämmerung oder Dunkelheit da gehen, wo es wildreich ist. Wild ist z.B. weniger aktiv, in der Regel in den Mittagsstunden. Damit kann ich das beeinflussen, das mir gar nicht so viel begegnet. Und natürlich können wir es nicht verhindern. Und es geht ja auch nicht darum, den Hund überall und immer unkontrolliert frei laufen zu lassen. Die Gefahr, dass unsere Hunde hetzen oder die Gefahr, dass sie immer dass sie da rein fallen, die haben wir natürlich immer. Wir haben aber auch viele Hunde, die zwar gerne schnell und ausdauernd unterwegs sind, die aber nicht unbedingt dabei hetzen im Sinne von Spur verfolgen, direktes Wildtier verfolgen.

Und ich finde an der Stelle ganz wichtig, dass wir euch hier nochmal einen Artikel vom NABU drunter verlinken zum Thema: Wann darf der Jäger schießen? Weil da gibt es ja auch ganz viel Angst, dass der eigene Hund geschossen wird. Und ja, Jäger dürfen schießen, aber unter ganz bestimmten Voraussetzungen und da auch nochmal zu gucken. Und wir möchten euch wirklich nicht den Eindruck vermitteln, ihr sollt die Hunde überall frei laufen lassen und Wild darf zu Schaden kommen. Auf keinen Fall. Das sollte nicht passieren. Wir wollen euch ein bisschen die Sorge davor nehmen, weil es natürlich kann es passieren. Aber es ist häufig gar nicht das primäre Ziel der Hunde.

[33:32] – Sandra

Das kann ich nur unterstützen, denn das war natürlich ganz klar die große Angst der meisten Besitzer, dass die Hunde, sobald die außer Sichtweite sind hetzen, jagen, irgendwas verfolgen. Wobei wir ja ganz klar nochmal auf das Thema Jagd und was ist das überhaupt, welche Elemente sind da involviert eingehen sollten. Später. Aber genau das hat sich eben nicht bewahrheitet. Denn das ist ja auch der Vorwurf, der uns oft gemacht wird, gerade mit bestimmten Rassen, die wir dann vielleicht führen, dass diese im Freilauf dann unkontrolliert wildern. Das stimmt so einfach nicht. Weder von der Distanz noch von der Zeit, die die Hunde wirklich auch dann außer Sicht waren. Und wie Anne sagt Ich bin auch in der Regelung um elf Uhr vormittags gegangen. Genau aus diesem Grund. Und dann auch so, das wir, wenn ich wusste, dass ein Hund vielleicht ambitionierter ist, was das angeht, in einem Gebiet waren, was für mich gut einsichtig ist.

Ich habe selber sechs Windhunde. Also ich schaue immer erst um jede Ecke, kenne also diese Gefahr. Aber auch meine laufen alle frei, weil ich der Ansicht bin, ich weiß, wann sie interessiert sind und da muss ich eben noch achtsamer sein. Und ich bin nun kein Hundetrainer. Aber ich finde auch da ein Jagdverhalten in dem Sinne, das kann ich keinem Hund abgewöhnen. Ja, das ist in einem Hund drin. Aber wann es vielleicht gefährlich wird, da kann ich doch die Achtsamkeit und die Aufmerksamkeit des Menschen schulen. Und wenn ich manchmal Leute sehe, die dann wirklich oft spazieren gehen und permanent aufs Handy schauen, ja, dann ist es doch klar, dass ich nicht wahrnehme, wann der Hund jetzt vielleicht irgendetwas Spannendes entdeckt. Also das liegt ganz, ganz viel, ja auch in den Händen des Besitzers, im Lesen des Hundes. Und früh genug, dann zu interagieren und ganz tollen Hundetrainer zu haben.

 

Ein Beispiel zum Jagdverhalten

 

[35:36] – Anne

Genau der mit einem Stehen und Gucken z.B. übt oder Schleichen übt und solche Sachen. Und das Hetzen geht dann halt wieder zur Bezugsperson zurück. Ich möchte an der Stelle zum Jagdverhalten noch ein relativ plakatives Beispiel nennen.

Auch von der Minnie und auch von der Nayeli. Weil die Nayeli ist z.B. eine, wo man das Gefühl hat, die würde gar nicht jagen gehen. Aber wenn Wild auftaucht, dann ist es ganz oft so, dass die Minnie in die falsche Richtung rennt. Erst mal, weil sie die Spur erst mal in die falsche Richtung rennt, die Nayeli aber sehr in ihrem Tempo sehr zielgerichtet unterwegs ist, sodass ich da manchmal fast mehr Angst habe, weil die Minnie hat einfach glaub ich Spaß dran und bei der Nayeli ist es viel konzentrierter und dementsprechend auch viel ernster. Aber was mir bei der Minnie z. B. auffällt. Ist die im Freilauf unterwegs und es kreuzt ein Eichhörnchen. Dann bleibt sie kurz stehen, sie guckt. Vielleicht macht sie auch Sätze hinterher. Geht das Eichhörnchen den Baum hoch, fängt sie innerhalb von 2 Sekunden an was anderes zu erkunden und geht wieder ihres Weges. Sie hat überhaupt keinen Grund da am Baum zu stehen und sich total hochzufahren.

Ist sie an der Leine und steht unten am Baum und das Eichhörnchen geht hoch, dann springt sie mir wirklich am Baum hoch. Dann muss ich richtig trainieren mit ihr, dass sie wieder unten stehen und gucken kann und dass sie sich gar nicht so rein schaukelt. Also da auch einfach nochmal dran denken bitte, bitte mach keine – sowohl bei Begegnungen als auch Jagdverhalten – keine reinen Rückschlüsse daraus, wie dein Hund sich im Freilauf verhalten würde, weil er es an der Leine so tut, wenn die stramm wird. Du solltest es immer trainieren. Du solltest immer gucken, dass du gute Signale hast, die dir helfen die Situation zu bewerkstelligen. Und natürlich geht Sicherheit vor. Also bitte, bitte, bitte. Aber triff nicht zu schnelle Vorschlüsse, weil dein Hund wegen des Eichhörnchens vollkommen ausflippt und einem Reh oder einem Hasen, dass er das im Freilauf auch tun würde.

Anja,Anne und Maren lachend, liegend auf einer Wiese

[37:34] – Anja

Wie kann man das im Vorfeld sicher üben?

[37:36] – Sandra

Wenn man die Möglichkeit hat auf ein eingezäuntes Gelände zu gehen wie diese Schnüffel Gärten. Ich bin jetzt persönlich kein Freund von den Freiläufen der Hunde, wie gerade schon erwähnt, wo ja meist kognitiv kaum ein interessantes Fleckchen zu finden ist, sondern viel zu viele Hunde zu dicht besetzt auf zu kleinem Gebiet sind. Aber es gibt Alternativen, da muss man wirklich einfach schauen und dann kann man auch viel besser glaube ich den Hund im wirklichen Explorationsverhalten dann auch sehen.

 

Haben sich die Gassigänge seit dem „Freilauf-Versuch“ geändert?

 

[38:11] – Anja

Anne, ich glaube, dass unsere Zuhörer jetzt total brennend interessiert, ob sich eure Gassi Gänge seit dem Spaziergang mit Sandra, seit dem Freilauf, geändert haben.

[38:24] – Anne

Ja, total. Also ich war vorher schon todesmutig und habe meine Hunde abgeleint, obwohl ich wirklich zwei Kandidaten habe, wo man immer gesagt hat, die dürfen niemals von der Leine. Die dürfen niemals von der Leine, das ist viel zu gefährlich für die Hunde selber, aber auch die Umwelt. Dann bin ich jahrelang mit Schleppleine gegangen, dann hab ich die Schleppleine schleppen lassen. Dann hab ich gelernt, was das für den Körper bedeutet, immer diese Schleppleine zu schleppen, was das für die Biomechanik und die Physiologie des Hundes bedeutet. Dann hab ich angefangen, immer häufiger die Leine immer kürzer, immer leichter zu gestalten, die Geschirre immer leichter zu gestalten. Dann hab ich immer häufiger geguckt, dass ich die Leine wirklich komplett abmache. Also wir waren eh schon auf dem Weg. Ich glaube, sonst hätte ich mich nicht getraut, mit Sandra diesen Lauf zu machen.

Aber Sandras Lauf hat mich total nachdenklich gemacht und zwar in verschiedenen Punkten. Wir werden da auch noch Läufe anschließen, weil ich das einfach nicht von dem einen abhängig machen möchte. Und ich kann das wirklich nur jedem empfehlen. Was mich total nachdenklich gemacht hat, waren mehrere Sachen. Erstens meine Hunde waren, wir haben ja eben schon erwähnt, wir hatten auf dem Hinweg zu dem Gebiet, wo sie laufen durften, sehr viele Begegnungen. Auf dem Rückweg auch und auf dem Rückweg waren die Begegnungen – entschuldigung – total piep scheiß egal. Meine Hunde sind einfach mit mir mitgegangen. Die waren einfach nur glückselig. Haben gelächelt. Die Nayeli hat, als ein Ridgeback sie sehr sehr stark angeguckt hat, einmal so kurz, so „Woooouuuuuhhh“ gemacht und hat sich dann entschieden mit mir weiterzugehen. Wir sind nach Hause gekommen und ich hätte schwören können, die schlafen jetzt erst einmal wie nach einem Seminar Tag durch. So ungefähr. Nein. Drei Stunden später haben die hier gestanden und haben gesagt normalerweise gehen wir um die Zeit immer nochmal was machen. Sie hatten trotz ihrer Bewegungsapparatesprobleme danach nicht deutlich mehr Zipperlein. Sie waren nicht klamm.

Die Minnie ist am nächsten Tag die ersten paar Schritte beim Gassigang klamm gelaufen. Aber das haben wir schon mal öfter bei feucht kaltem Wetter. Dann war sie ganz normal da und wir haben total viel verändert seitdem. Ich bin bei der Minnie mutiger geworden insgesamt was den Freilauf angeht. Ich hab vorher schon GPS-Tracker dran gehabt, den trägt sie jetzt wirklich bei jedem Gassi Gang. Ich gucke auch wirklich, dass wir beide Handys aufgeladen mithaben, weil bei meinem lässt immer der Akku nach. Dass wir zur Not gucken können. Und wir haben wirklich auch nochmal geguckt. Da sind wir ein bisschen anders als Sandra unterwegs, die ganz viel unterschiedliche Strecken läuft. Das geht mit meinen nicht. So viel Möglichkeiten hab ich nicht, aber ich hab halt wirklich nochmal geguckt, wo gibt es die Möglichkeiten, dass ich beide auch gleichzeitig, und das hatte ich vorher halt so gut wie nie, dass ich wirklich beide gleichzeitig in den Freilauf gelassen habe, sondern ich habe immer einen Freilauf gehabt und eine bei mir.

Und jetzt lass ich viel beide gleichzeitig in den Freilauf. Und sag dann auch lieber ich laufe in das Gebiet, kann sie da ableinen. Lass sie wirklich explorieren. Wir haben uns eine Insel aufgebaut, wo wir wieder Anleihen. An der Insel gibt’s großzügige Futtersuche. Da warte ich auf sie. Da wird wirklich massiv belohnt. Und dahin kommen jetzt auch beide. Und es ist dann für sie auch okay. Wir machen noch ein bisschen Kasper Kram, dann leine ich an, weil danach kommen einfach ein paar Kreuzungen, wo es kritisch wäre. Aber sie dürfen beide viel mehr in den Freilauf. Sie dürfen beide gleichzeitig in den Freilauf und ich bin deutlich entspannter. Und ich merke an allen Trainings, Ecken und Enden seitdem.

Obwohl unser Training ja vorher schon richtig gut fortschrittlich war, merke ich nochmal Fortschritte. Und ich merke auch in der gesamt Situation nochmal Fortschritte. Heute waren wir in dem Gebiet zum Spazieren und wir durften sie nicht, konnten sie nicht ableinen, weil da überraschenderweise Forstarbeiter waren. Und da war es bei beiden so, dass sie doch sehr gefrustet waren, weil sie wirklich für dieses Gebiet schon die Erwartungshaltung gebildet haben. D. h. da werden wir in den nächsten Tagen nicht laufen. Ich hab jetzt einfach die Aufgabe für die nächsten Tage, mir ein neues Gebiet zu erarbeiten.

F wie Freilauf

[42:34] – Anja

Also da hat sich schon einiges geändert jetzt in der Zeit bei euch.

[42:37] – Anne

Ja und der Nayeli mit ihrem kaputten, also beide haben ja Bewegungsapparatesprobleme, aber die Nayeli, die ja wirklich massiv. Mehrere Bandscheibenvorfälle, schwere Arthrosen, Spondylosen, kaputte Hüften, kaputte Ellenbogen. Sie wird definitiv nochmal fröhlicher und fitter. Und ich habe auch in der Tat das Gefühl, dass es ihr immer leichter fällt. Sie wird auch schneller. Also sie hatte vorher, ist sie so 6 bis 8 km/h gelaufen, wenn sie flott war und jetzt wird sie doch deutlich fixer.

 

Was ändert sich wenn die Hunde mehr Freiheiten bekommen?

 

[43:07] – Anja

Sandra, du hast ja jetzt schon so viele im Freilauf begleitet und bestimmt einiges an Feedback danach erhalten. Wie sind so deine Erfahrungen, wenn jetzt die Hunde mehr Freiheiten kriegen, was ändert sich dann?

[43:21] – Sandra

Also ganz viele Dinge, die Anne auch erwähnt hat. Das die Hunde einfach ausgeglichener sind, das viele von den Problemen, den so genannten Problemen, die die Besitzer im Vorfeld vielleicht benannt haben, dass die eigentlich weniger werden oder nicht mehr so ausgeprägt gezeigt werden. Und auch vorhin wie wir es erwähnt haben mit diesen Situationen, dass der Hund nie lernt oder oder sich dazu entschließt, in bestimmten Situationen einfach nicht mehr auf andere zuzugehen oder solche aggressiven Interaktionen zu suchen, sondern weiterzulaufen, zu sagen Nee, was wir hier machen, das ist toll.

Der Rest, das ist jetzt sekundär, weil es einfach als eine Wahl gibt. Die ihm oder ihr ja noch besser gefällt, weil es ihm Spaß macht. Und selbst bei eingeschränkter Körperlichkeit, wie wir das auch hatten, wo ich auch erwartet hätte, dass Nayeli am nächsten Tag vielleicht doch ein bisschen Probleme hat. Im Gegenteil, dass die Hunde an und für sich von der Physis her besser werden, weil die eben in ihrer eigenen Gangart, mit Stop and Go, was auch Rasse bedingt ist das muss man natürlich auch ganz klar sehen, wählen können, wie sie eben die km, die wir laufen, für sich zurücklegen. Ja, oder ob sie mal ein Päuschen machen oder hier mal trinken oder da mal rollen. Und es ist eben nicht mehr diese Vorgabe an der Leine. Wir machen jetzt diese Strecke in dieser Zeit und in diesem Tempo, was viel mehr Nachteile für den Hund auch ich denke im Gangbild mit sich bringt.

Also für mich waren auch ganz viele positive Dinge und nicht nur im Bereich des Hundes, sondern auch des Halters, der viel mehr Vertrauen noch hatte zu seinem Hund. Die Leute sind sehr verunsichert am Anfang, was mich sehr überrascht. Also ganz oft wird dann gesagt So wenn ich den nicht mir sehe, ist er weg. Aber ihr habt doch eine Bindung. Und ich war so selektiv eigentlich auch im Vorfeld, dass ich wirklich gesagt habe also keine aggressiven Methoden in der Erziehung, keine Hunde, die jagdlich geführt werden aus anderen Gründen jetzt, sondern wirklich positive Arbeit. Nichtsdestotrotz, es war ganz viel Unsicherheit da und das hat sich verändert. Wir sind ja auch wirklich viele Stunden, also vier Spaziergänge, die wir dann gemeinsam Minimum gestaltet haben. Wir haben also viele Stunden miteinander verbracht und das sah… Das hab ich bei jedem Team gesehen. Diese Bindung wurde viel stärker und das Vertrauen und auch dieses, was Anne auch erwähnt, mal loslassen.

Natürlich Sicherheit. Immer als erstes, ganz klar. Und man muss schauen, was ist es für ein Gebiet? Kann ich das hier gewährleisten? Gehe ich in ein Gebiet, wo ich weniger Wild habe? Dass dort keine Straßen sind, ist selbstverständlich. Und dann aber auch sagen, auch wenn ich sie jetzt nicht sehe, sie ist da und ganz wichtig. Das ist eigentlich auch eins meiner Fazits: ein GPS benutzen. Es muss ja nicht das sein, was ich habe, sondern die gängigen GPS heutzutage sind nicht mehr so teuer und die sind wirklich für solche, für den normalen Hausgebrauch, ganz wunderbar geeignet. Und man weiß, wo der Hund ist, auch in der Not. Und das finde ich super.

[46:51] – Anne

Ich möchte an der Stelle noch darauf hinweisen Sandra wohnt im Ruhrgebiet. Ich wohne im Ballungsgebiet zwischen Kölner Raum und Ruhrebiet. Das heißt, ihr Lieben, wenn wir von keine Straßen sprechen. Natürlich müssen wir diese Gebiete auch suchen. Die gibt es nicht an jeder Ecke. Bei uns auch nicht. Aber man findet sie. Und wenn du erst einmal ein Gebiet findest, wo du sagst Hey, hier kann ich meinem Hund mehr Freiheiten geben, dann ist das schon ganz, ganz großartig. Es geht ja wirklich darum, dass Schritt für Schritt mit einzuschleichen und einzuarbeiten. Und zum Thema Bewegungsapparat: Die Nayeli streckt und dehnt sich seitdem viel, viel mehr. Und wir wissen, dass Strecken und Dehnen immer ein gutes Indiz dafür ist, dass die Schmerzen nicht so schlimm sind. Also dass der Hund merkt, er ist verspannt. Dass er aber aktiv noch etwas dagegen tut und nicht in eine reine Schonhaltung fällt. Wie du das vielleicht auch kennst. Wenn du Schulterschmerzen oder so hast, solange du dich noch streckt und dehnst und dagegen arbeitest, ist es noch nicht so dramatisch wie dann, wenn du schon nur noch den Kopf schräg hältst.

 

Wie du Sandra bei ihrer Studie unterstützen kannst

 

[47:57] – Anja

Wenn du dir jetzt beim Zuhören denkst, ich möchte da mitmachen, das interessiert mich wirklich und ich möchte auch Sandra unterstützen in ihren Studien. Sandra, aus welchen Umkreis sollten denn die Teams kommen? Was ist noch sinnvoll?

[48:13] – Sandra

Also ich denke gut, Anne, wir sind zirka eine Stunde auseinander, dass ist vollkommen unproblematisch. Das muss natürlich auch. Ja, am liebsten ist es mir, wenn natürlich die Besitzer das Team zu mir kommen, weil ich hier einfach die Gegebenheiten kenne und dass man dann auch abspricht, wo eventuell Probleme liegen, wo man besonders achtsam sein muss. Und wie Anne sagt. Also ich bin hier im Ruhrgebiet. Man muss dann wirklich schauen, was ist für das Team den Menschen auch machbar? Und was ist er willens zu fahren? Also wir haben durchaus Teams gehabt, die sind auch zwei Stunden gefahren, weil wir laufen ja durchaus auch zwei Stunden. Und da muss ja auch alles ausgewertet werden. Aber in diesem Rahmen, ja denke ich, sollte es schon liegen. Gerade in dieser Zeit ist natürlich auch das Reisen etwas eingeschränkter, weil man sonst natürlich auch sagen könnte, man macht mal Läufe in Österreich. Einfach in Gebieten, wo man dann irgendwie ein Setting macht. Da muss man schauen, wie die Auflagen sich gegebenenfalls jetzt ändern und sowas könnte man auch toll anbieten. Aber momentan ist es eben das Ruhrgebiet. Ja und alles so drumrum. Also 200 Kilometer denke ich. Das muss der Besitzer entscheiden. Aber ich finde, das kann man fahren, weil man in der Regel ja doch diese zwei Stunden immer gemeinsam hat. Und das ist ja nur der erste Lauf.

[49:41] – Anne

Sandra Vielleicht bieten wir ja nächstes Jahr einfach zusammen eine Trainingswoche an?

[49:44] – Sandra

Unbedingt.

[49:45] – Anja

Wir zeichnen diese Podcast Episode ja genau während der Corona-Krise im Lockdown auf.

[49:51] – Anne

Im österreichischen Lockdown.

[49:52] – Anja

Ja, im österreichischen Lockdown, also im Moment ist Österreich keine Option. Ich denke, wenn wenn wir etwas organisieren, dann werden wir euch das wissen lassen. Sandra, wie tritt man denn am besten in Kontakt mit dir?

[50:07] – Sandra

Am besten über E-Mail.

[50:10] – Anne

Die machen wir einfach unten in die Shownotes.

[50:12] – Sandra

Genau. Ihr beide leitet das dann weiter und dann kann man mich gerne gerne kontaktieren.

[50:18] – Anja

Und welche Fakten brauchst du denn von den Besitzern, damit du die ungefähren Kosten ermitteln kannst?

[50:27] – Sandra

Ich habe einen Fragebogen und ich denke, am besten ist dann wirklich der Austausch. Auch ein persönlicher Austausch, dass man telefoniert und einfach. Ja, ich dann verschiedene Informationen habe, die ich dann auch brauche über den Hund. Natürlich auch über den Besitzer. Ganz wichtig und auch Hintergründe. Geschichte, wie oft ist der Hund schon frei gelaufen? Wie wird das in der Regel gestaltet? Wie ist der Hund auch – für mich immer ganz wichtig – trainiert worden?

[50:56] – Anja

Du planst das sehr gut. Das habe ich jetzt schon in unserem schönen Dialog mitbekommen. Du stellst sicher die richtigen Fragen. Und wenn du als Zuhörerin, als Zuhörer jetzt auch noch Fragen hast, dann, wende dich an uns. Wir vermitteln dich gerne weiter.

[51:12] – Anne

Und wir dürfen dir ankündigen. Die Sandra ist ja Biologin und Juristin und ist auch noch in der tiergestützten Therapie und im Tierschutz tätig. Und deswegen dürfen wir dir jetzt schon mal ankündigen, dass wir Sandra dafür gewinnen konnten, mit uns noch ein paar Webinare aufzuzeichnen. Auch zu dem Thema Freilauf bei Hunden aus ihrer Perspektive. Das wird im kommenden Jahr kommen und in diesem Dezember wird es noch zwei Webinare mit Sandra zum Thema tiergestützte Therapie geben. Auch da setzen wir hier nochmal Links in die Shownotes, falls du daran Interesse hast, dich bei Sandra mehr zu informieren. Und wir setzen die hier auch nochmal zu dem Ausbildungszentrum, was Sandra zur tiergestützten Therapie leitet den Link mit rein und Sandras Email-Adresse, sodass du da auch direkt Kontakt suchen kannst, wenn du das möchtest.

[52:04] – Sandra

Ich bedanke mich schon mal bei euch und auch bei den interessierten Zuhörern und freue mich natürlich auch auf Fragen fürs nächste Mal.

[52:11]

Ja. Ich. Wir uns auch. Danke liebe Sandra.

[52:15] – Anja

Hör mal wieder rein.

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