3 Entspannungstipps für dich bei Begegnungen an der Leine

3 Entspannungstipps für dich bei Begegnungen an der Leine

Warum es normal ist, dass du dich anspannst!

Dein Hund rastet regelmäßig an der Leine aus. Mittlerweile brauchst du nur noch einen anderen Hund am Horizont vermuten und du spannst dich an? Das ist ganz normal.

In dieser Episode verraten wir dir:

Was du konkret machen kannst, damit du dich wieder entspannst.
Wie du dafür sorgst, dass deine Anspannung weniger wird.
Welche Auswirkungen es auf deinen Hund hat.

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Transkript zur Podcast Episode

#32 3 Entspannungstipps für dich bei Begegnungen an der Leine – Warum es normal ist, dass du dich anspannst!

 

[00:00] – Anja

Hallo und wieder einmal ein Herzliches Willkommen! 

Wir widmen uns heute dem Thema:

 

Hundebegegnungen aus der Menschensicht

 

Wir wollen den Fokus heute verschieben und wirklich dir Hilfestellung bieten und haben uns einen Hinweis rausgesucht, was du auf keinen Fall machen solltest. Und ein paar Hinweise, wie du in den Situationen und danach gut reagieren kannst. 

Anne, ich sag mal, der Klügere gibt nach oder was ist denn ein No-Go?

[00:35] – Anne

Mein Leitsatz bei Hundebegegnungen ist wirklich, der Klügere gibt nach. 

Und vielleicht kennst du das, dass du in eine Begegnung reinläufst, du merkst schon, wie dein Atem stockt, du nimmst die Leine stramm, du verkrampfst dich und du weißt, das wird heute nichts und du hast fürchterliche Angst davor und du denkst aber „Ich muss es ja lernen, ich muss da jetzt durch, wir müssen nah dran vorbei“ oder du hast sogar Leute, die sagen „Hey, stell dich nicht so an oder so.“ Und dann marschiert du einfach durch und nimmst deinen Hund mit. Komme da was wolle. Da merkst du, es fühlt sich einfach nur kacke an. 

Ich kenne das von mir, dass ich in solchen Momenten wirklich merke, wie ich meine Zähne aufeinanderpresse, meine Atmung flacher wird, sich alles in mir anspannt. Und wenn es dann schiefgeht, dass ich dann vor Wut über mich selbst, hinterher wirklich fast Tränen in den Augen habe. Weil ich mir denke „Verdammt nochmal, du wusstest vorher, dass es nicht gut läuft und du bist trotzdem da durchmarschiert.“ 

An der Stelle lass dir bitte von niemandem erzählen,

  • dass du dadurch musst,
  • dass du das regeln musst, 
  • dass du nur entspannter sein müsstest, damit dein Hund das gut macht. 

Das sind alles so Sätze, mit denen wir einfach nur noch angespannter da reingehen. 

3 Entspannungstipps für dich bei Begegnungen an der Leine

Der erste Gang, das absolute No-Go ist, dass du dich in Situationen begibst, in denen du dich selber miserabel fühlst. Es darf mal ein bisschen kribbeln im Begegnungstraining und es darf auch mal so sein, dass jemand neben dir steht, dem du wirklich vertraust und sagt „Doch, das schaffst du und ich glaube an euch“. Und hinterher kannst du Jubelschreie machen und stolz auf dich sein. Also auch da gibt es wieder so Grenzgänge. 

Aber wenn alles in dir schreit „Nein!“ und nur dein Kopf sagt:

  • Boah, du stellst dich aber auch an. 
  • Jetzt stellst du dich aber wieder in den Mittelpunkt, 
  • Jetzt bist du aber wieder wehleidig.

und du merkst, dass du dieses, wir haben ja alle diese Muster, die in unserem Kopf ablaufen, abspulst damit du das irgendwie machst oder der Meinung bist, du musst das jetzt, weil Ausweichen geht ja gar nicht oder wie auch immer, dann lass es sein, lass es sein!!! 

 

Sei die Klügere, sei der Klügere und gehe aus der Situation raus, gehe aus dem Ding raus und lass dich niemals zu etwas überreden, was sich für dich und deinen Hund nicht gut anfühlt.

 

[02:53] – Anja

Niemand, auch nicht du selbst, darfst dich zwingen, in solche Situationen zu gehen.

[03:00] – Anne

Und gerade wir Frauen, da gibt’s spannende Untersuchungen, wir haben echt Sorge davor „Nein“ zu sagen! An der Stelle auch zu sagen „Ich bleib bei mir und ich mach das so, wie ich das für richtig halte“. Auch wenn von außen eben eine andere Meinung kommt oder wenn wir interpretieren, dass die anderen, es ist ja ganz oft so, dass wir denken der andere hätte eine schlechte Meinung von uns, wenn wir der Situation aus dem Weg gehen oder dass wir denken, der Nachbar hält uns für die blöde Alte mit dem komischen Hund oder so und dass du dir da bewusst machst, das ist nur in deinem Kopf. Selbst wenn der andere flucht und tobt, dann ist das sein Problem! Es wird in deinem Kopf nur ein Problem, wenn du es zu einem Problem machst und mach das, was sich für dich gut anfühlt. Zwinge dich nicht!

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[03:51] – Anja

Du hast jetzt schon zweimal die Atmung erwähnt. Wenn wir in solche Situationen kommen, dass uns der Atem stockt, dass wir flacher zu atmen beginnen und das ist, wie ich weiß, ja auch eine der Lösungen. 

 

1. Was kann man mit der Atmung machen, damit man sich in den Situationen besser fühlt oder sogar aus ihnen rauskommt

 

[04:13] – Anne

Ja, Anja spielt jetzt darauf an, dass ich ein großer Fan von Atemtechniken bin und vielleicht weißt du es, dass ist auch unser erstes „Do“, dass die Ausatmung eigentlich das Wichtige ist und die Einatmung passiert dann reflexartig richtig, wenn du richtig ausatmest. 

Das heißt, wenn du dich aufs Ausatmen konzentrierst. Wenn du dich in diesen Situationen darauf konzentrierst, dass du lange und weit ausatmest, dann gibt es irgendwann den Punkt, das kannst du zuhause auch üben, ist spannend, da kämpft dein Körper quasi gegen dieses Ausatmen an und es kommt auf jeden Fall ein tiefer Atemzug wieder rein, der dann auch wirklich in die Bauchatmung geht, macht eine schöne Plauze und sorgt dafür, dass es uns richtig, richtig gut geht. Und dieses lange, lange Ausatmen gibt eben erstens deinem Einatmen genug Raum. Zweitens sagt es deinem Gehirn „Hey, so schlimm ist die Situation gar nicht, es braucht dir der Atem nicht stocken“, es entspannt dein Gehirn, sorgt dafür, dass du besser denken kannst und das tiefe Einatmen natürlich auch. 

Also konzentriere dich nicht aufs Luftholen, das machen wir ganz oft nur oberirdisch, machen wir dann häufig nur in den Brustraum, nur sehr kurzatmig, nur sehr flach. Sondern konzentrier dich drauf, richtig lange, weit aus zu atmen, dass du wirklich merkst, wie der Bauchnabel quasi sich an den Rücken einzieht, du kannst das auch unterstützen. 

Dann kommt irgendwann der Punkt, wo dein Körper ganz tief auch wieder einatmet. Das passiert so reflexartig, wie wenn du in der Badewanne mit dem Kopf unter Wasser gehst, der Körper irgendwann den Kopf rausreißt, ohne dass du darüber nachdenkst. Und das ist total cool, wenn du das übst, wirklich in diesen Situationen dich auf dein Ausatmen zu konzentrieren. Der Rest funktioniert dann, was das Atmen angeht, schon von allein.

[06:16] – Anja

Ich kann da auf über 20 Jahre Blasinstrument Atmung Erfahrungen zurückgreifen und ich kann das nur bestätigen. Also du musst Mut zur Wampe haben, denn nur wenn der Bauch sich wirklich aufbläht, atmest du richtig ins Zwerchfell rein.

[06:37] – Anne

Du kannst das mal machen, indem du zuhause dich flach auf den Boden legst, deine Hände auf den Bauch legst und dann mal ganz, ganz tief normal einatmest. Dann wirst du merken, dass deine Brust sich wölbt und der Bauch ein bisschen. Und wenn du dann mal den umgekehrten Weg gehst und lässt die Hände auf dem Bauch liegen, gerne so als Dreieck und atmest dann mal ganz lange aus, dann wirst du merken, wenn du dann einatmest, schießt der Bauch richtig in die Höhe.

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[07:03] – Anja

Ja, sehr gut. 

Ich sehe schon alle zuhause am Boden liegen und atmen. Perfekt. 

 

2. Muskelentspannung bei Reflexen

 

Was können wir noch tun, Anne? Es ist die Atmung einerseits sehr wichtig, du hast die Reflexe schon angesprochen, was in Ordnung ist. Oft nehmen wir dann reflexartig die Hände nach oben. Was gibt es da noch an Tricks aus deiner Trickkiste, die man anwenden kann, um gleichzeitig auch wieder Entspannung zu kriegen und diesen Reflex vielleicht etwas zu mildern.

[07:35] – Anne

Unser natürlicher Schreckreflex ist die Hände total zu verballen und nach oben zu ziehen, meistens bis schützend vors Gesicht, wenn es ein wirklicher Schreck ist. Aber ihr kennt es alle unter Anspannung, ihr greift die Leine fester, ihr packt sozusagen fester. Manchmal ziehen wir auch an der Leine. Ich habe Teams im Training, wo ich mich manchmal frage, wer eigentlich an der Leine zuerst zieht, weil da lehnt der Mensch sich schon so richtig zurück, um das auszubalancieren, noch bevor der Hund angefangen hat zu ziehen. 

Und die Leine stramm nehmen ist ja auch für viele Hunde dann der Punkt, wo sie einfach explodieren. Das hat allerdings für uns viel mit einem Sicherheitsgefühl zu tun. Wir machen uns ganz, ganz fest. Und dieses ganz Festmachen gibt uns einerseits das Gefühl von Kontrolle. Andererseits sind wir damit starr und unflexibel in unseren Bewegungen, in unserem Handling. Und wir können eigentlich gar nichts mehr machen als steif durch diese Situation kommen. Das heißt, da ist nix mit Entspannung, weder vom Geist noch von der Muskulatur. 

Deswegen liebe ich Folgendes:

Du nimmst deine Hände bewusst in diesen Situationen und ballst sie ruhig zu Faust und übst das auch. Und wenn du dazu neigst, sie hoch zu ziehen, dann kombiniere das gerne mit dem Greifen z.B. nach deinem Jackenzipfel, deinem Hosenbund oder nach einer Schlaufe in deinem Hosenbund. Also irgendwas, was so an deiner Taille oder ein Stück weiter unten ist, sodass du die Hände dafür absenken musst. Greift da einmal richtig, richtig fest rein, mache die Fäuste so steif und fest, wie du nur kannst und dann lass los. Dies ist das System der Progressiven Muskelentspannung. Erst ganz stark anspannen, um dann wieder zu entspannen. Und dieses Entspannen wird dir und deinem Hund guttun.

Und gleichzeitig hast du ein Alternativverhalten für an der Leine rucken. Du hast ein Alternativverhalten für hektisch irgendwo greifen. Du greifst einfach immer nach derselben Stelle an deinem Jackenzipfel, Jackensaum oder was auch immer. Was auch gut funktioniert ist, wenn du einen guten Stand hast und du Angst hast, dass dein Hund dir den Arm nach vorne reißt, ist was für mich super lange gut funktioniert hat, ein Signal für „Wir gehen alle sehr eng zusammen“, meine Hunde und ich ist, die Hand mit den Leinen auf den Rücken zu legen. Also auch das kann man kombiniert mit diesen Muskelanspannen und dann entspannen und hinten auf den Rücken legen. 

Einfach weil du von dort aus nochmal einen anderen Winkel hast, um die Leine festzuhalten. Dein Hund reißt nicht sofort an der Schulter, sondern du hast das ganze Körpergewicht dazwischen. Bitte, bitte, bitte trainier so etwas im Sinne von, dass du es übst, dass du dich rein fühlst. Wie fühlt sich das an? Aber was ich einfach erfahre ist, dass wenn wir eine für uns Menschen gut antrainierte Körperposition für solche Situationen haben, dass es uns damit besser geht. 

Und wenn wir die dann noch mit Atemtechniken kombinieren, dann haben auch wir eine Strategie. Unser Ziel ist es immer, dem Hund eine Strategie beizubringen. Doch auch wir Menschen brauchen an der Stelle eine gute Strategie, damit es uns auch in der Situation gut geht und wir überhaupt in der Lage sind, den Hund zu unterstützen.

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[10:51] – Anja

Und ergänzend zu einer Strategie, die man im Idealfall natürlich gut geübt hat, ist es wichtig, einen Fokus zu haben. Wie können wir das jetzt in solchen Situationen umsetzen?

 

3. Fokus setzen

 

[11:04] – Anne

Wenn du mit deinem Hund unterwegs bist und es ist ganz egal, welches Laufmuster du wählst, du erinnerst dich vielleicht an den Podcast davor, wo wir über die Laufmuster gesprochen haben. 

Ganz egal ob du erst mal:

  • dass „U“ läufst um auszuweichen.
  • dass „L“ läufst um an den Rand zukommen.
  • dass „S“ läufst um auf den anderen zuzukommen. 

Such dir immer Punkte, die du anvisierst, die auf Augenhöhe für dich sind, dass du gerade nach vorne gucken kannst und dass du dich wirklich diesen Punkten entgegen richten kannst. Laufe auf ein Ziel zu. Das sorgt automatisch dafür, dass deine gesamte Körpersprache dahin ausgerichtet ist. 

Es sorgt automatisch dafür, dass du deinem Hund körpersprachlich auch die Richtung vorgibst, in die du laufen möchtest und dass du nicht die ganze Zeit den anderen Hund anguckst und somit auf ihn zu läufst.

Im Übrigen kommt dieser Tipp, irgendwie ist er immer so am Rande mit dabei, er kommt ursprünglich von meinem Fahrschullehrer. Der hat immer gesagt, „Wenn du in eine Kurve fährst und den Baum anstarrst und denkst nicht darauf zufahren, nicht hinfahren, nicht reinknallen. Du wirst in ihn reinknallen, wenn du ins Rutschen kommst. Wenn du merkst du bist zu schnell in der Kurve, gucke immer den Punkt an, wo du hinfahren willst.“ 

Und noch früher fällt mir gerade ein, habe ich den Tipp beim Reiten gelernt. Beim Reiten lernt man immer den Punkt anzugucken, wo man hinwill. Vor allen Dingen, wenn man gerade Linien reiten will. Und das ist ein ganz, ganz wichtiger Aspekt. Denn nicht nur, dass unser Hund dann viel eindeutiger unsere Körpersprache lernen kann, sondern unsere Signale und Kommunikation gegenüber dem Hund sind, auch dem gegenüber viel klarer ist, in welche Richtung wir marschieren werden. Nein, wir können es auch besser.

[12:44] – Anja

Wenn du jetzt also die progressive Muskelentspannung mit der Atmung kombiniert hast, deinen Fokus gesetzt hast und mit deinem Hund weiter gegangen bist, vielleicht auch mit kleinen Richtungswechseln und du merkst, es ist doch noch was übriggeblieben, irgendwie ist das jetzt noch nicht gelöst. Dann kannst du, auch wenn die Situation vorüber ist, nochmal zurückgehen und was machen, Anne.

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[13:10] – Anne

 

Ortsverknüpfungen

 

Ja, Ortsverknüpfungen sind bei uns allen super tief und du kennst das sicherlich. Du gehst über eine Kreuzung und du fängst an links, rechts zu gucken oder gehst schneller, weil du da einfach schon mit Begegnungen rechnest? 

Wenn du so ein Setting hattest, wo du merkst „Ui, das war jetzt echt eine Herausforderung, da haben mir die Knie ein bisschen gewackelt, ich bin total happy, dass das vorbei ist“, dann ist es super, wenn die Situation safe ist, dass du einfach nochmal an den Ort zurückgehst. Übrigens auch wenn es schief gegangen ist, also wenn nicht alles funktioniert hat, nochmal an den Ort zurück gehen und du dort Dinge machst, die du gerne machst. Idealerweise macht die natürlich auch dein Hund gerne und dir einfach diesen Ort nochmal schön machst, genießt, vielleicht gibt’s ja auch was tolles, was man da angucken kann oder sonst was, dass du den Ort nochmal mit einer wirklich entspannten, gelassenen Emotion verbindest, ganz gezielt, damit du in Zukunft, wenn du an den Ort kommst, du dir nicht schon wieder die Gedanken darüber machst, was du für ein Stress hier mal hattest. 

Umgekehrt, wenn du die drei Sachen, die wir dir im Vorfeld gesagt haben, also Atmung, Muskelentspannung, Fokus umsetzt und du merkst, dass diese Strategie funktioniert, dann wirst du merken, dass die unangenehmen Gefühle und der Stress in den Situationen weniger werden. Denn Stress ist auch bei uns häufig einfach die Ursache dafür, dass wir keine Strategie haben, dass wir uns hilflos fühlen und dass wir rum eiern. Und wenn das nicht mehr der Fall ist, dann wirst du auch weniger Stress haben, solang du noch nicht wirklich gut und entspannt durch diese Situation kommst, geh einfach nochmal dieselbe Strecke ein Stück zurück, mach da was nettes mit deinem Hund und dann läufst du weiter. Kostet dich 2 Minuten Zeit und ein Lächeln.

 

Bonus-Tipp

 

[14:45] – Anja

Sehr schön. 

Jetzt habe ich da noch einen Punkt, das ist unser Bonus Tipp für dich. Wir haben öfters Zuschriften über solche Begegnungen, die nicht gelungen sind. Und die sind wirklich oft seitenweise. Und da ist uns eben aufgefallen, dass es doch noch Punkte gibt, worauf wir achten können, wenn wir das Ganze mit jemandem besprechen, was da passiert ist. Was da gut ist und was eher schlecht ist.

[15:18] – Anne

Es ist normal. Wir Menschen sind soziale Wesen und wir wollen diese Erfahrungen verarbeiten und das gilt jetzt gar nicht einmal nur bei den Hundebegegnungen, sondern wir bekommen teilweise wirklich ellenlange Zuschriften über die Geschichte der Hunde und die Dramen, die sich da abgespielt haben. 

Und wir antworten meistens sehr kurz und knapp. Und es hat einen Grund, denn du brauchst, damit du mit deinem Hund weiterkommst, niemanden der dich bemitleidet. Du brauchst auch niemanden, der dich zur Sau macht und dir sagt, was du alles falsch machst. Nein, nein, nein, das ist beides nicht der richtige Weg. Das eine deckelt dich und das andere hält dich aber immer in dieser Opferschleife, in dieser Leidensschleife und beides hilft dir kein Stück weiter. 

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Durchbreche deine Muster

 

Es ist wichtig, dass du drauf achtest, wenn du für dich reflektiert, egal ob du das in deinen Gedanken machst. Egal ob du in Bildern oder Worten denkst, ob du mit jemandem sprichst, ob du das aufschreibst, das ist ganz egal, achte darauf, dass du dir nicht immer dieselbe Leier wieder vorbetest. 

  • Dann muss ich
  • dann werde ich 
  • und schuld ist…, 

sondern dass du an der Stelle sagst „Okay, hier durchbreche ich jetzt mal meine Muster“ und sage dir: 

  • Ich habe mir ausgesucht, diesen Hund zu haben, 
  • ich wähle jeden Tag hier spazieren zu gehen und das ist jetzt meine Wahl,
  • so gestalte ich in Zukunft die Situationen
  • so gestalte ich ab heute die Situation
  • das kann ich heute schon dafür tun und trainieren. 

Du merkst, es ist eine große Überlegung, ob ich mich entscheide mit etwas Schluss mache, mich von etwas scheide oder ob ich die Wahl für etwas treffe, ob ich etwas muss oder ob ich etwas darf, ob ich bejammere, wie es seit Jahren ist und mir immer wieder diese negativen Emotionen hochhole und auch immer wieder mich in dem Elend meines Hundes und meinem suhle.

 

Entscheide dich bewusst „mit etwas Schluss zu machen“ und gegen das „Gejammere“ 

 

Oder ich sage „Ja stimmt, hatte eine scheiß Kindheit und ja stimmt auch, ich habe echt viele Fehler gemacht“. Wir gucken nochmal, was können wir daraus lernen? Was machen wir in Zukunft nicht mehr? Und dann aber auch wie bei unserem Hundetraining nicht zu sagen „Wir gucken auf das, was wir nicht mehr machen, sondern was können wir stattdessen tun? Wie können wir es stattdessen angehen? Wen brauche ich als Unterstützung, damit ich das lerne? Welche Ressourcen brauche ich?“ 

Und nicht sofort wieder verfallen in „Dafür bräuchte ich Belohnungen aber mein Hund nimmt ja nichts“, sondern wie kann ich für Belohnung sorgen, die mein Hund nehmen kann. Wie kann ich dafür sorgen, dass…. dann kommst du automatisch in ein viel konstruktiveres Denken und führst der Lösung mehr Entgegenkommen. 

Es ist egal, ob du einen Tierschutzhund, einen Auslandshund, einen Angsthund hast oder welches Etikett du da auch klebst oder ob man dir gesagt hat, du machst bisher alles falsch oder ob du Trainingsmethoden angewendet hast, für die du dich heute schämst. Das ist alles vorbei. Der Drops ist gelutscht, wir können das jetzt 200-mal abwägen. Oder wir können sagen „Shit, ich mache jetzt meinen Frieden damit. War kacke, ist aber so gelaufen. Und jetzt richte ich mich auf die Zukunft aus und ich behalte im Hinterkopf, dass ich es uns vielleicht schwieriger gemacht habe und dass ich jetzt Geduld und Spucke brauche. Trotzdem, ich gehe voran und das jeden Tag.“

[18:29] – Anja

In diesem Sinne, d. h. du musst keinesfalls und du darfst, denn du hast die Wahl auf jeden Fall wieder vorbeihören und auch lies mal im Blog vorbei.

[18:41] – Anne

Und last but not least, wir verlinken die hier drunter nochmal unsere Checkliste. Wenn du lösungsorientierte Menschen suchst, komm zu uns in die Facebook-Gruppe. Suche dort Trainingspartner für dich aus deiner Region, damit du auch live vor Ort mit Leuten trainieren kannst. Wir stellen dir den Link zur Checkliste hin. Wenn du dich da registriert, bekommst du von uns eine Checkliste, wie du selbst Trainings umsetzen kannst, damit die auch zielführend sind.

[19:16] – Anja

Wir machen mit dir auch im März eine Challenge zu diesem Thema. Bleib also unbedingt bei Facebook oder Instagram mit uns verbunden. Da werden wir dich informieren. Hör mal wieder rein.

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