Spiel und Spass mit Hund - Ein Interview mit Christina Sondermann

Spiel und Spass mit Hund

Interview mit Christina Sondermann

Christina Sondermann ist die Expertin für kreative Beschäftigung. Sie liebt es mit ihren Hunden gemeinsam zu entdecken, sich an ihrer Kreativität zu erfreuen und ihrer eigenen freien Lauf zu lassen.

Als Autorin für eine ganze Reihe toller Beschäftigungsbücher, als Referentin und als Trainerin gibt sie ihr Wissen on- und offline weiter und bringt jedes Team in die Kreativität.

Auf dieser Webseite und bei Facebook kannst du Christinas Begeisterung spüren und davon profitieren. Schau unbedingt mal vorbei.

Ich freue mich, dass ich Christina interviewen durfte! Erfahre wie sie zur fördernden Fee für Hunde wurde und was sie daran so begeistert. Hole dir konkrete Anregungen und Ideen und setze sie gleich zuhause um!

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Transkript zur Podcast Episode:

#29 Spiel und Spass mit Hund
Interview mit Christina Sondermann

 

[00:00] – Anne

Hallo ihr Lieben da draußen.

Ich bin heute wieder fast allein. Die liebe Anja ist heute nicht mit dabei. Dafür haben wir uns erneut eine wunderbare Hundefachfrau eingeladen, um sie zu interviewen.

 

Christina Sondermann ist für mich die Fachfrau, was das Thema Spiel und Spass mit Hunden angeht

 

Es ist die wunderbare Christina Sondermann. Vielleicht kennst du Christina Sondermann schon. Sie ist für mich eine der Vorreiterinnen was Online-Kurse für Hundetraining angeht. Sie ist für mich die Fachfrau, was Spiel und Spass mit Hunden angeht sowie Beschäftigung mit Köpfchen und vor allen Dingen auch für Hunde die, sagen wir mal, keinen so ganz einfachen Start oder keinen ganz einfachen Stand im Leben haben. Und ganz klar ist sie dort eine fördernde Fee.

Liebe Christina, ich freue mich, dass du da bist und dass du dir die Zeit für uns nimmst, magst du was dazu ergänzen?

[00:55] – Christina

Ja Hallo Anne und hallo an alle die zuhören.

Erst einmal herzlichen Dank für die großartige Vorstellung. Eine fördernde Fee. Schöner hätte man das gar nicht sagen können. Da kann ich gar nichts hinzufügen. Ich fand das schon perfekt.

Vielen herzlichen Dank.

[01:11] – Anne

Wir verlinken dir Christinas Website hier drunter. Christina hat nämlich wunderbare Bücher geschrieben und vielleicht kennst du sie über „Spass mit Hund“. Und genau darum soll es heute auch gehen.

Christina, ich finde bei dir immer, dass die Sachen nicht nur ausgesprochen kreativ sind, sondern auch für viele Hundecharaktere und für viele besondere Fälle auch gut umsetzbar sind. Und sag du uns doch mal, was dich so zu dem Thema „Spaß mit Hund“ überhaupt gebracht hat.

[01:42] – Christina

Es ist in der Tat schon eine lange Geschichte und ich muss mit Erschrecken auch immer wieder feststellen, dass ich schon auf gut 20 Jahre zurückblicken kann. Eigentlich kann das gar nicht sein, denn so alt bin ich noch gar nicht.

Angefangen hat das tatsächlich, ja, wie soll ich sagen, wie man meistens zu so einem Thema kommt, aus persönlicher Betroffenheit. Ich hatte damals eine Beagle Dame übernommen, die aus dem Labor entlassen war. Somit eine ehemalige sogenannte Labor Beagle Hündin, die nach ihren ersten zwei Lebensjahren im Labor dann rauskam und das Leben entdeckte und natürlich noch gar nichts kannte und nichts konnte.

Ich habe mich dann auf die Suche begeben und mal geschaut:

 

„Was können wir denn machen und was macht uns Freude?“

 

Damals bin ich so über eines der allerersten Hunde Beschäftigungsbücher gestolpert. Das wurde damals in der Sendung – Tiere suchen ein Zuhause – vorgestellt und da waren so kleine Ideen drin, die man zuhause umsetzen konnte. Zum Beispiel durch aufgerollte Isomatten als Tunnel gehen oder irgendwie Leckerchen unterm Joghurtbecher verstecken. Das haben wir beide dann fröhlich im Wohnzimmer gemacht. Also dort, wo das auch gut ging, wo es nicht so viele Reize gab.

Und das hat uns beiden, Hund wie Mensch, so viel Freude gemacht, dass eben daraus mehr geworden ist. Ich wollte einfach mehr und meine damalige Beagle Hündin wollte auch mehr. Und so sind wir in dieses Thema gewachsen. Ja und daraus hat sich dann ganz viel entwickelt. Vom Internetprojekt übers Buchprojekt, Fernsehprojekte und alles was inzwischen daraus geworden ist.

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[03:16] – Anne

Und nach und nach auch der eine oder andere Beagle an deiner Seite.

[03:20] – Christina

Ja, genau richtig.

Ich bin irgendwie dem Beagle behaftet. Ich mag einfach diese kleinen bunten Hunde mit den eigenen Köpfen. Aber das heißt nicht, dass ich es nicht auch wunderbar finde, mit Hunden aller Rassen, aller Charaktere, aller Größen zusammen zu sein und sie dafür zu begeistern, miteinander zu spielen oder einfach sich das Leben schön zu machen.

Ja, eben das nahezubringen.

[03:51] – Anne

Und gleichzeitig fördern wir damit eine riesige Menge.

Also mir ist das heute Morgen bei unserem Spaziergang nochmals aufgefallen. Unsere Minnie kann sich ja vor all den Dingen im Wald sehr schwer auf Sachen einlassen, die nichts mit echtem Wild zu tun haben. Jetzt ist hier gerade Schnee und Eis. Das macht es doppelt und dreifach spannend. Und gerade, wenn ich dann mit ihr irgendwelche Leckerchen Suchspiele oder solche Sachen mache, ist es häufig so, dass sie nur die nimmt, die sehr offensichtlich sind und es ihr schwerfällt, wirklich in die Suche zu gehen.

Wenn sie sich dann aber darauf doch einlässt, wirklich mit vollem Enthusiasmus dabei ist und ich auch merke, dass sie das richtig fordert. Und drinnen ist das auch so, also sie tut sich sehr schwer damit zu beginnen, aber sie wird dann immer enthusiastischer und vehementer.

 

Was würdest du sagen, für welche Hunde ist es besonders wichtig, dass wir eben genau diese Kreativität und das Köpfchen fordern?

 

[04:46] – Christina

Grundsätzlich bin ich ein Fan davon, dass alle Hunde diese Erfahrung machen dürfen. Denn ich denke, das schenkt zum einen einfach Lebensqualität und zum anderen sind das ja auch so eine Kerneigenschaften, die für ich sag jetzt mal Alltagstauglichkeit, psychische Gesundheit überhaupt überleben in den Wirren des Alltags stehen nur so Eigenschaften wie Kreativität und Problemlösefähigkeit oder auch so ein gewisses Durchhaltevermögen oder vielleicht auch eine Widerstandsfähigkeit, dass man nicht frustriert oder enttäuscht aufgibt, wenn mal was nicht funktioniert.

Oder wenn man sich mal kurz erschreckt, dass man dann einfach wieder aufsteht, sich das Krönchen richtet und weitermacht, wie man so schön sagt.

Das sind Dinge, die im Alltag auch ganz wichtig sind und deswegen finde ich das für alle Hunde ganz toll. Und dann gibt’s natürlich auch noch die Hunde mit speziellem Förderbedarf, wenn man es so sagt die etwas ängstlichen Hunde oder auch die Hunde, die vielleicht in der Vergangenheit sehr wenig selbstständig machen durften, die sehr viel über Druck erzogen worden sind oder eben auch sehr reizarm aufgewachsen sind. Dass man die darin fördert, wie schön es ist, wie bereichernd es ist und welche Qualität es für das eigene Leben auch bringt, wenn man selbst was machen kann, so Selbstwirksamkeit entdecken kann.

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[06:02] – Anne

 

Selbstwirksamkeit und Problemlösung

 

Ich finde das wichtig. Selbstwirksamkeit ist bei uns immer ein ganz großes Schlagwort und auch das Thema Problemlösung, eigene Strategien finden und im Prinzip ja auch eine Resilienz. Ich finde es immer wichtig, dass die Hunde was haben, womit sie sich selber beschäftigen können, ohne dass wir das dauernd vorgeben.

Also natürlich initiieren wir es, wir bauen es vielleicht auf, aber dann auch zu sagen „Hey und jetzt hast du hier dein Entdeckerfeld und geh mal gucken, was es da so alles Tolles für dich gibt“. An dieser Stelle ist für mich auch nochmal das Thema Balance, im wahrsten Sinne des Wortes, wichtig. Auch diese körperliche Körperspannung aufbauen, für sich selbst den besten Weg herauszufinden, um vielleicht an was dranzukommen und den Mumm zu finden, vielleicht mal mit der Nase oder der Pfote irgendetwas umhauen. Das finde ich sehr wichtig.

Also ich finde, bei diesen Sachen entwickelt sich auch ganz viel am Tastsinn, am Körpergefühl der Hunde. Würdest du das auch sagen?

[07:01] – Christina

Definitiv. Und was mich auch immer wieder fasziniert, wenn die Hunde im Spiel eine neue Strategie gelernt haben. Dann beobachte ich das regelmäßig, dass solche Dinge plötzlich auch im Alltag irgendwie auftauchen.

 

Wenn Hunde im Spiel eine neue Strategie lernen

 

Wenn ich z.B. einen Hund habe, der eigentlich sonst nie so die Pfote einsetzt und dann im Spiel übe ich das vielleicht mal ganz gezielt. Oder es bietet sich bei einem Spiel an und der Hund entdeckt es durch Zufall, dann sehe ich plötzlich im Alltag auch die Furcht viel mehr. Und das sind so Dinge, die mich einfach faszinieren und bei denen ich auch merke, dass die Hunde selbst fasziniert davon sind und wie viel Freude ihnen das dann auch macht, wenn sie etwas, was sie so neu für sich entdeckt haben, dann auch anwenden können.

Eine meiner Beagle Damen aus dem Tierschutz, die war der Meinung, dass sie die Übung „Platz“ für sich entdeckt hatte. Die hatte sich mal von selbst hingelegt. Ich habe das dann belohnt. Das war in einer Phase, da war sie noch sehr ängstlich, sehr statisch. War eine ehemalige Vermehrerhündin, die von sich aus eigentlich gar nicht so viel angeboten hat, weil sie sich einfach nicht so viel getraut hat und nicht so frei war, einfach Dinge auszuprobieren. Und die kam irgendwann mal auf die Idee sich hinzulegen. Ich schaue immer, was bieten die Hunde so an und was machen sie? Ich habe mich gefreut, habe ihr ein Leckerchen gegeben und da hat sie ein bisschen überlegt und hat es dann ganz vorsichtig nochmal ausprobiert. Und ich glaube, sie war wirklich davon überzeugt, dass sie diese Übung „Platz“ erfunden hat. Und das war fortan ihre absolute Lieblingsübung. Und mir hat es jedes Mal immer wieder Freude gemacht zu sehen, wie begeistert sie das von sich aus angeboten hat und ich konnte sie quasi regelrecht damit belohnen. Wenn ich Platz gesagt habe, dann habe ich all diese positiven Emotionen, all die gute Stimmung, all das, was sie sich selbst so ausgedacht hatte, dann gleich wieder mit aufgerufen.

Das ist immer wieder faszinierend.

[08:48] – Anne

Wir wissen es alle oder, dass was wir unter Freude lernen, was wir mit Spaß lernen, auch wir Menschen, wo wir gute und spielerische Erfahrungen dran haben, das bleibt ein Leben lang präsent. Während das, was man uns mit Druck eingearbeitet hat, das meiden wir ja auch häufig.

 

Was wir unter Spaß lernen bleibt ein Leben lang präsent

 

Also ich werde es nie vergessen. Ich bin selbst ein großer Verfechter von Bögen und Schlangenlinien laufen z.B. in Hundebegegnungen. Trotzdem war es für mich eine sehr unangenehme Situation, als ich das Pendeln mit dem Hund, also das enge Bögen laufen kennengelernt habe, weil ich mich auf einem Seminar total vorgeführt gefühlt habe. Ich habe es zwei Jahre total verdrängt, habe mir selber im Weg gestanden. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, Zick-Zack mit meinem Hund in der Begegnung zu laufen und hab mir dann ganz viel Gedanken gemacht, warum ich das nicht angewendet habe. Und es kam immer wieder dieses Bild, wie ich auf dem Seminar stehe und die Dozentin sagt „Du wirst doch wohl in der Lage sein, Bögen mit deinem Hund zu laufen und nicht immer geradeaus zu gehen“.

[09:46] – Christina

Na ja, so funktioniert Lernen und der Gefühlsknüppel ist immer dabei.

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[09:50] – Anne

Ja genau.

Liebe Hörerinnen und Hörer, wir haben ja in der letzten Podcast Episode darüber gesprochen:

  • welches Equipment es zum Spielen gibt
  • welche Futterbeschäftigungen es für Tiere gibt, die man so kaufen kann.

Da hatten wir auch schon ganz tolle Beispiele und mit Christina habe ich vereinbart, dass wir heute eher über die Dinge sprechen, die wir so zu Hause initiieren können, mit den Dingen, die wir dahaben.

Was hast du uns, liebe Christina, da schönes mitgebracht?

[10:18] – Christina

 

Es eine große Bandbreite an Möglichkeiten

 

Zum einen an Aktivitätsbereichen und natürlich auch an Spielen, die man machen kann. Und schon vorab gesagt, wenn ich von Spielen rede, das ich sehr gerne mit Hunden spiele. Ich habe auch ein Spielebuch geschrieben, habe eine Seite mit vielen Hundespielen, dann ist es mir wichtig, dass das eben nicht so auf das reine „Ich mache jetzt ein bestimmtes Intelligenzspiel oder ich tobe irgendwie mit dem Hund“ reduziert wird, sondern es ist eigentlich so die Beschäftigung insgesamt für den Hund mit dem Hund, so sodass was man im Fachjargon als Enrichment bezeichnet.

Also den Hundehalter zu bereichern. Da gibt es so unendlich viele Möglichkeiten und wir haben gesagt, wir blicken ein bisschen auf Indoor heute und deswegen habe ich da auch einfach mal so einen kleinen bunten Bogen über die Indoor Spiele gespannt.

Wie du auch schon sagtest, ich unterscheide da immer gerne so ein bisschen zwischen so genannten Solospielen, mit denen der Hund sich sehr schön selbst beschäftigen kann, bei dem wir ihm auch zusehen können und auch fasziniert zugucken können, wie er gewisse Dinge löst.

Und zum anderen Spiele, die so ein etwas intensiveres Zusammenspiel benötigen.

 

Quick and Dirty Solospiele

 

Wenn wir mal bei den Quick and Dirty Solospielen anfangen.

Also irgendetwas, was ich im Alltag ganz einfach umsetzen kann, auch dann, wenn es mal schnell gehen soll, wenn ich selbst vielleicht auch mit etwas anderem beschäftigt bin und nicht so viel Zeit für den Hund habe wie sonst. Dann sind so meine Favoriten einfach, wie du auch schon sagtest, sich damit zu befassen, wie man die Nahrungsaufnahme interessanter gestalten kann:

  • wir streuen z.B. eine Handvoll Futter aus
  • wir stopfen es in irgendein Kauspielzeug oder Futterball, den wir schon haben
  • wir nehmen einfach einen Karton und füllen es da rein
  • machen eine Schnüffel Kiste mit Packpapier.

Das sind immer so die Klassiker, wo das Futter dann entweder drin verpackt wird oder einfach dazwischen gelegt wird. Oder was ich auch immer ganz großartig finde, sind so Wolldecken, was man damit alles machen kann. Die toppen jeden käuflichen Schnüffelteppich.

Was man z.B. alles mit einer normalen Decke machen kann:

  • sie z.B. einfach als Deckenberg zusammenlegen und die Futterbröckchen darin verstecken
  • sie so lange immer wieder über die Mitte falten, bis ganz viele Taschen übereinander entstehen und habe somit ein Schnüffelspielzeug mit ganz vielen Fächern, wo ich dann die Leckerchen drin verstecke
  • sie aufrollen und rolle dann die Leckerchen mit ein
  • sie flach auf den Boden legen und kehre die Leckerchen, im wahrsten Sinne des Wortes, „unter den Teppich“.

Auch das ist wieder eine andere Strategie.

Ja und am tollsten sind dann natürlich die Dinge, wenn man sie dann auch noch miteinander kombiniert, z.B. nehme ich den Futterball oder das Kauspielzeug, packe Futter rein, wickle das Ganze dann in ein Tuch oder eine Decke. Diese packe ich dann vielleicht noch in einen Karton und den schiebe ich diesen noch irgendwo unter einen Stuhl oder unters Sofa. Dann darf der Hund, vorausgesetzt er hat schon ein bisschen Erfahrung dabei sich das so herauszuarbeiten, einfach loslegen.

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[13:43] – Anne

Das finde ich ganz toll, dass du das sagst, weil das haben wir auch letzte Woche nochmal gesagt:

 

„Kauft nicht dauernd was Neues, sondern nehmt das, was ihr da habt und schaut mal, wie ihr das wieder spannender machen könnt.“

 

Also dass ihr das einfach dem Hund nochmal anders verpackt, nochmal anders versteckt. Manchmal sind es die kleinen Dinge, auf die es ankommt. Wenn man z.B. immer nur im untersten Bücherregal etwas versteckt und jetzt tut man es einfach mal auf die erste oder zweite Lage, je nachdem wie groß der Hund ist.

Und du hast ja eben gesagt, du beobachtest viel, wenn die Hunde das so spielerisch lernen und einsetzen, dass sie dies dann später auch im Alltag anwenden. Und mit den Wolldecken gibt’s ein ganz tolles Beispiel von unserer Nayeli. Die hat nie ihre Betten gescharrt. Sie hat nie die Betten zurechtgemacht, ist nie auf die Idee gekommen. Sie hat sich hingelegt und wenn es unbequem war, ist sie wieder aufgestanden, hat sich woanders hingelegt. Dann haben wir halt ganz viel mit ihr Wolldecken, Handtücher, alle solche Sachen mit Futtersachen bestückt und sie da drin wühlen lassen. Und dabei ist sie irgendwann auf die Idee gekommen, die mit den Pfoten auseinander zu scharren. Und seitdem macht sie sich auch ihre Betten mit den Pfoten.

[14:46] – Christina

Das ist ein großartiges Beispiel.

[14:48] – Anne

Sie wäre vorher nicht auf die Idee gekommen. Wir haben es bei ihn noch für einen anderen Fall genutzt. Da sie Befindlichkeiten mit anderen Hunden und Menschen hatte, haben wir uns auch Decken von anderen ausgeliehen oder Handtücher auch mal anderen mitgegeben und gesagt, wir hätten die gerne wieder, sodass sie nach euch oder dem Hund müffeln. Also setzt euch mal eine halbe Stunde drauf.

[15:09] – Christina

Christina: Ja, genial. Und das finde ich übrigens nicht nur in Bezug darauf toll, dass sie da positive Verknüpfungen zu anderen Hunden hergestellt hat, sondern das ist ja auch etwas für die Sinne getan hat.

 

Wir achten darauf alle Sinne zu stimulieren

 

Und das finde ich auch immer super, dass wir darauf achten, wirklich alle Sinne mit zu stimulieren und auch so Kleinigkeiten wie an etwas schnüffeln, wo vorher irgendwie ein anderer Hund oder überhaupt ein anderes Tier dran gewesen ist, was jemand anders in der Hand hatte. Die einfachsten Alltagsbeschäftigungen sind auch einfach Einkaufstüten hinzustellen oder irgendwie Pakete, die man bekommen hat und der Hund darf einfach mal seine Nase dran packen. Wenn da jetzt nicht gerade die offene Wurst mit drin liegt. Und das sind so die Grüße aus der großen weiten Welt, wo der Hund ja all das an Düften aufnimmt und verarbeitet. Also von daher ist es auch eine Art von Beschäftigung und sehr qualitativ hochwertiger Beschäftigung, was da so vorher dran war.

[16:05] – Anne

Ich tue z.B. folgendes, wenn der Postbote da war, als Belohnung fürs Warten ohne zu bellen, verteile ich die Sachen, die der Postbote gebracht hat, einfach auf dem Küchenfußboden und die dürfen dann erkundet und abgeschnüffelt werden. Sollten sie mal langweilig sein und sie nach 2 Sekunden sagen „Kann ich heute nichts mit anfangen“, dann gibt’s noch einen kleinen Kauartikel. Aber das ist so richtig ritualisiert bei uns.

[16:29] – Christina

Ja genial und das ist wirklich eine ganz, ganz tolle Beschäftigung, die ja auch keinerlei Aufwand erfordert, fast nicht. Es ist nur ein kleiner Umweg, mal eben die Post hin zu legen und abschnüffeln zu lassen, die aber im Alltag ganz viele Highlight setzt. Und das finde ich einfach super.

Dass man sich darüber Gedanken machen kann oder Gedanken macht, wie man die kleinen Dinge eben zur Bereicherung des Alltags einsetzen kann und was für den Hund alles Bereicherung ist.

Spiel und Spass mit Hund - Ein Interview mit Christina Sondermann

[17:01] – Anne

 

„Mensch ich bin zurzeit viel im Homeoffice und dann steht mein Hund dauernd da und will was!“

 

Sehr schön, für uns sind solche Sachen ja so selbstverständlich. Und für dich als Zuhörer:in, ich habe im Moment gerade ganz viel Leute die Fragen „Mensch ich bin zurzeit viel im Homeoffice und dann steht mein Hund dauernd da und will was“. Das erste was wir z.B. machen, wir gucken darauf welches Zeitfenster hat der Hund, wann kommt er ungefähr? Und dann machst du genau die Sachen, die Christina uns jetzt nennt, einfach kurz bevor dein Hund kommen würde. Dann ist er nämlich auch schon wieder beschäftigt. Oder bevor Christina und ich z.B. uns zu diesem Podcast getroffen haben, habe ich auch solche Sachen mit meinen Hunden gemacht. Einfach damit ich weiß, jetzt haben die gerade kein Interaktionsbedürfnis und jetzt können die erst mal wieder ausruhen. Also nutzt das definitiv, es erleichtert euch den Alltag sehr.

[17:45] – Christina

Ja und das ist auch ein super Hinweis. Denn wir wollen ja nicht, dass die Hunde ständig neben uns stehen und sagen „Hey, mach mal was“. Und deswegen so ein bisschen:

 

Der Grundsatz, alles Gute beginnt im Liegen

 

Das heißt wir beginnen Aktivitäten, speziell dann, wenn die Hunde eben noch entspannt sind und ganz zufrieden sind.

Da muss man sich auch keine große Sorge machen, dass sich daraus eine Nervensäge entwickelt, die ständig irgendwo und überall Spiele sieht. Das sind so häufige Argumente, die man dann auch bekommt: 

  • Wenn der jetzt immer Kartons auspacken darf oder Sachen zerschreddern darf, macht er das dann auch wenn ihr das nicht wollt? 
  • Oder bei Dingen, die er nicht in die Schnauze nehmen soll. 

Aus meiner Erfahrung ist das nicht gegeben. Die Hunde sind insgesamt deutlich zufriedener, deutlich ausgeglichener und natürlich machen wir ja auch keine Dauerbeschäftigung mit ihnen. Sondern achten immer darauf, dass es genügend Ruhephasen zwischen den Aktivitätsphasen gibt. Und ich finde es dann auch für den Menschen schöner. Man kann noch entspannter am Schreibtisch sitzen, noch entspanntes Homeoffice machen, wenn man neben sich einen Hund liegen und schnarchen hat, von dem man weiß, der hat schon so ein bisschen Enrichment heute gehabt.

[19:02] – Anne

Finde ich sehr wichtig was du sagst. 
Haben deine Hunde eine Kiste, an die sie immer dran können?

[19:08]  – Christina

Ich überlege gerade. Nein, eigentlich nicht. 

Wir habe eine Schublade, wo Spielzeuge sind. Also wir haben eine Schublade, da sind auch Suchspielzeuge drin. Also unsere Berta, die Beagleline, ist eine begeisterte Spielzeugsucherin. 

Und wenn sie meint, es wäre Zeit mal wieder etwas mit ihr zu machen, dann steht sie vor der Schublade und guckt hin. Das ist auch so ein schönes Beispiel, wie sie sich im Alltag verständlich macht. Sie zeigt uns richtig mit dem Kopf, was sie gerne möchte. Und na klar, geht das nicht immer. Und ich möchte auch nicht immer darauf eingehen. Entweder es heißt dann „jetzt nicht“ oder ich warte, bis sie gerade entspannt ist und dann machen wir was. 

Aber das ist so die Schublade, da weiß sie auch da ist etwas drin und wenn die Schublade dann geöffnet wird, dann gibt’s freie Auswahl, dann sucht sie sich ein Spielzeug aus und das verstecken wir dann. Also das ist so ihr Lieblingshobby. Und für mich ist es ein bisschen Gehirnjogging immer neue Verstecke zu finden. So wie du schon sagtest. Ich habe jetzt schon das zweite Fach im Kleiderschrank mit einbezogen. Und natürlich auch irgendwo hinter den Sofalehnen oder unter dem Sitzkissen des Stuhls. Und ich fange da selbst an kreativ zu werden, um ihr immer mal wieder was Neues zu bieten. Und die Suchradien werden auch immer größer. Wir haben im Wohnzimmer angefangen und sind jetzt bei der ganzen oberen Etage des Hauses und ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit, dann wird es auch auf den Keller ausgedehnt. Wir werden mal sehen.

[20:43] – Anne

Super. Die Minnie hat auch eine Spielzeugkiste.

Meine Hunde haben eine Altpapierkiste und wenn ich das Gefühl habe, sie könnten gleich kommen und was wollen und das ist mir nicht recht, dann streue ich einfach ganz nebenbei Futter in die Altpapierkiste, weil ich weiß, wenn ich nicht reagiere gehen sie meistens an ihre Altpapierkiste um sich mit der zu beschäftigen und dann finden sie da halt auch immer mal wieder Futter. Man sollte es nur nicht direkt unter dem Schreibtisch haben, wenn der Hund damit Krach macht und man es nicht möchte. Jetzt hast du gerade schon den Keller erwähnt und für euch alle da draußen auch nochmal: 

 

Meine Hunde lieben es, wenn sie an Orten an die sie gar nicht so oft mitgehen wie Waschkeller oder Garage oder so, halt auch mal dieses Suchspiel machen dürfen

 

Ich finde für die eher unsicheren, ängstlichen Kandidaten ist es immer eine schöne Abwechslung, auch dort sowas zu machen. Und es ist ein schöner Zwischenpol, zwischen Outdoor und Indoor.

Spiel und Spass mit Hund - Ein Interview mit Christina Sondermann

[21:45] – Christina

Ja, das ist super. 

Es ist tatsächlich so, dass sich Indoor-Spiele auch für solche Hunde ganz besonders anbieten, die z.B. Outdoor sehr unsicher sind oder auch sehr aufgeregt sind. Da ist es häufig viel leichter für die Hunde

  • sich drinnen zu konzentrieren
  • sich drinnen etwas zu fokussieren
  • sich drinnen auf etwas einzulassen

da wo es ablenkungsfrei und ruhiger ist. 

Und auch für den Menschen ist es ein Highlight, wenn er sieht „Ja, hier gelingen ja plötzlich kleine Dinge, die wir vielleicht draußen noch nicht so hinkriegen“.

[22:18] – Anne

Ja, finde ich auch. 

 

Hast du uns noch so ein Lieblingsspiel mitgebracht?

 

[22:23] – Christina

Ja, ich habe bereits eben gesagt, die ganz einfachen Dinge wie Futter ausstreuen oder auch Futter in die Kiste streuen, das geht natürlich immer. Aber was ich auch sehr schön finde, ist sich so Schnüffellandschaften zu bauen.

 

Schnüffellandschaften & Labyrinthe

 

Das ist auch besonders schön, wenn Kinder mit dabei sind. Aber auch für das Kind in der Frau oder im Mann ist das klasse. Einfach alles nehmen, was man so im Wohnzimmer hat Stühle, Tische, Wolldecken, vielleicht noch ein paar Kartons dazu. Vielleicht hat man auch noch eine große Plastikplane, ein paar Stuhlkissen und kombiniert im Grunde dann alles, was so da ist. Also ich ziehe dann auch die Stühle einfach ein Stückchen in den Raum rein, stelle daran vielleicht ein Karton, wickele eine Plastikplane um all das Ganze rum. Lege vielleicht noch ein paar Stühle als Labyrinth dann dahin und dann werden überall beispielsweise Futterbröckchen versteckt. 

Ich mache das tatsächlich sehr gerne mit Futterbröckchen, weil eben das Ganze dann lange dauert und die Hunde sich bewusst in alle möglichen Ecken rein bewegen und dadurch so auch kleine Mutproben und Herausforderungen bewältigen. Und ich finde, da kann man sich als Mensch auch austoben und tatsächlich überlegen, wo kann ich denn überall das Futterbröckchen unterbringen. 

Das finde ich z.B. super für Indoor und dann zuzusehen wie macht der Hund das oder wie löst er das. Was ich auch total gerne mag, wenn Kinder oder sonst wie bastelfreudige und kreative Menschen mit dabei sind, dann ist das Knusperhäuser für Hunde bauen super. Also große Kartons nehmen und da vielleicht irgendwelche Öffnungen rein schneiden. Das Ganze dann noch mit Papprollen kombinieren, dann z.B. mit etwas Quark, Hundeleberwurst oder Futterbröckchen dran kleben. Dies kann man dann auch weiter ausbauen und verzieren. Ihr könnt irgendwelche Formen oder Gesichter draufkleben und für die Menschen ist das ganz toll, das vorzubereiten und für die Hunde hinterher natürlich ein super Abenteuer das Ganze zu erobern. 

Besonders schön finde ich es, gerade wenn Kinder mit dabei sind. Da kann man bereits die ganze Vorbereitungszeit schon mitfiebern. Das überfordert dann weder Hund noch Kind, denn zu viel Action ist manchmal auch ein bisschen ungesund, sondern 

  • man bastelt was für den Hund
  • man macht was für den Hund
  • der Hund freut sich auch schon riesig drauf 

und dann ist es soweit und man kann dem Hund dann dabei zusehen, wie er damit glücklich und zufrieden ist. Also das sind so Dinge, die ich auch ganz besonders gerne mag.

Spiel und Spass mit Hund - Ein Interview mit Christina Sondermann

[24:57] – Anne

Das finde ich richtig super. Das sind auch so Sachen, die wir total gerne machen.

Was ich ganz oft gefragt werde Christina ist:

 

„Was mache ich, wenn er dann was vom Karton oder der Rolle oder so frisst?“

 

[25:08] – Christina

Ich sage dann immer, bitte bei solchen Aktivitäten das Gehirn nicht ausschalten. Meistens ist es mit etwas gesundem Menschenverstand tatsächlich schon getan. Na klar lasse ich den Hund mit sowas erst einmal nicht allein. Wenn ich mir hinterher sicher bin, dass da nichts passiert, dann mache ich das auch schon mal. Es sind ja auch tolle Sachen, die das Alleine bleiben unterstützen können.

Aber grundsätzlich ist natürlich Sicherheit immer das oberste Gebot und man kennt ja so seine Pappenheimer im wahrsten Sinne des Wortes. Ob er Pappe mitfrisst oder nicht. Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Hunde sehr gerne schreddern, aber eben doch nicht mitfressen. Und ich kann das auch so ein bisschen dadurch verhindern, indem ich schaue, was packe ich denn z.B. ein?

Wenn ich sehr, sehr saftige Leckerchen irgendwie einpacke, was so richtig durch das Papier oder die Pappe zieht, dann ist die Gefahr natürlich auch ein bisschen größer, dass der Hund dann irgendwo was mitfrisst. Und bei den trockenen Bröckchen ist es meistens ja so, dass es dann gar nicht so reizvoll ist.

Ich kenne so viele Hunde, die schreddern in ganz kleinen, sorgfältigen Stückchen. Aber fressen es nicht mit. Und wenn ich tatsächlich mal so ein seltenes Exemplar habe, das mit frisst, dann gibt’s natürlich auch tausend andere Dinge, die ich machen kann.

 

Was tun, wenn der Hund Sachen auffrisst?

 

Dann nehme ich z.B. Decken und Tücher und wickle da was ein. Steige für Kauartikel dann vielleicht auf Kauspielzeuge um, auf so robuste Naturkautschuk Spielzeuge oder wenn ich irgendwie ein Knusperhaus nehme, dann kann ich ja auch tatsächlich eine Kunststoffkiste irgendwie verzieren mit Dingen und kombinieren. Also es gibt tausend Möglichkeiten zu variieren. Und wie gesagt, ich finde mit ein bisschen Menschenverstand muss man sich da eigentlich keine großen Sorgen machen.

[26:54] – Anne

Ich bin da ganz bei dir.

Wir z.B. nehmen nichts mit Druckerschwärze! Kein bedrucktes Magazin in dem Sinne.

Das ist das was du meinst mit schaltet das Gehirn an!

Ich finde, das ist selbstverständlich und ich muss auch sagen, meine Erfahrung ist auch, die Hunde lassen es liegen. Bei den Hunden, die doch gerne am Ende etwas schlecken oder sehr lange sich mit etwas beschäftigen, verpacke ich einfach was, was sich dann noch lange Ausschlecken lässt. Und ich muss auch sagen, wenn man so ein bisschen darauf achtet, welche Materialien man nimmt, ist es gut. Ich kenne bisher keinen Hund, dem es wirklich geschadet hat, wenn mal ein kleines Stück Pappe mitgeschluckt wurde.

[27:32] – Christina

Ja, das sehe ich auch so. Den Hinweis mit der Druckerschwärze finde ich auch sehr wichtig. Also ich nehme inzwischen auch am allerliebsten ganz normales neutrales Packpapier für solche Dinge.

Spiel und Spass mit Hund - Ein Interview mit Christina Sondermann

[27:45] – Anne

Vielen lieben Dank Christina.

Ich glaube bis hierhin waren schon ganz, ganz viele tolle Sachen dabei. Auch für die Homeschooling geplagten Mütter gerade zuhause. Da kann das Kind dann schon mal das Knusperhäuschen vorbereiten, während man selbst noch arbeitet. Gibt es noch etwas, wo du sagst das ist ganz wichtig, dass wir das alle mitnehmen.

[28:09] – Christina

Es gibt ja so viele Dinge, die sehr, sehr wichtig sind.

Was für mich wichtig ist, dass:

 

Bei all der Action darf eben die Ruhe nicht zu kurz kommen

 

Denn immer dann, wenn man so eine ganze Latte an Beschäftigungsmöglichkeiten auflistet und selbst auch begeistert entdeckt, was man denn alles so machen kann, besteht ja durchaus auch die Gefahr, dass es mal ein bisschen zu actionreich werden kann.

Ich denke immer, dieses gesunde Gleichgewicht, das man sich als Mensch immer bewusst ist, dass die Hunde viel mehr Schlaf brauchen als wir, dass sie gerne ihre 16, vielleicht manchmal auch 18 oder sogar 20 Stunden schlafen und ruhen oder einfach nur gucken, chillen sozusagen, dann ist das eigentlich immer ganz wichtig.

Und ja, dass man eben auch schaut, dass die Spaziergänge irgendwie Abwechslung bringen, das zählt ja sozusagen zu dieser Phase der Aktivität und das gesunde Verhältnis bzw. ein gutes Mittelmaß zu finden, das es einerseits für den Hund interessant und abwechslungsreich und bereichernd bleibt und andererseits aber auch noch genug Ruhe bekommt.

 

Hund und Mensch sollten sich dabei wohlfühlen

 

Das ist mir zum einen sehr wichtig. Und zum anderen ist es mir auch sehr wichtig, dass sich Hund und Mensch beide dabei wohlfühlen. Dass der Mensch sich auch die Aktivitäten aussucht, die auch er schön und bereichernd findet. Aber andererseits auch immer einen Blick darauf hat, wie findet der Hund das, was wir uns mal wieder für ihn ausgedacht haben? Also Körpersprache der Hunde lesen, auf Anzeichen von Überforderung achten, es nicht zu lang werden zu lassen. Das sind immer Dinge, die mir sehr am Herzen liegen.

[29:45] – Anne 

Das finde ich beides sehr wichtig.

Wir haben für unsere Hunde mehr oder weniger feste Zeitfenster, wo wir sowas machen. Ich bin auch immer sehr begeisterungsfähig für solche Dinge und muss dann auch ein bisschen aufpassen. Da ich aber auch immer einen Grund habe, dass z.B. für Kurse zu filmen, was wir natürlich auch machen.

 

Die Sorge vieler Kund:innen

 

Wenn Kunden mir z.B. sagen, dass sie wirklich Sorge haben, dass der Hund dann dauernd vor ihnen steht, dann machen wir auch ein ganz festes Zeitfenster. Das finde ich wichtig. Ich muss sagen, ich liebe Indoorbeschäftigung, weil es ja immer mal Zeiten gibt wie jetzt gerade:

  • es ist viel dunkel
  • es ist glatt draußen
  • man fühlt sich vielleicht selbst mal grippig und kann nur zum Lösen mit dem Hund raus.

Dann ist es so großartig, wenn man diese Sachen hat, um den Hund einfach trotzdem zu stimulieren und ihn was Tolles erfahren zu lassen. Und das zweite, was du gesagt hast, das finde ich auch sehr spannend, weil ich liebe es zu beobachten:

  • Welche Sinne setzen sie denn scheinbar ein?
  • Mal zu schauen, tasten die wirklich mit den Pfoten, mit den Vibrissen?
  • Wie lang werden sie denn, wenn sie auf etwas draufklettern?
  • Wieviel Sorge haben sie wohl?
  • Wo belasten sie den Körper und solche Sachen?

Und wenn ihr so etwas macht wie die Landschaft von Christina, die ich ganz toll finde, da wäre ich schon wieder die Kandidatin, die Kopfkissen dazwischen schmeißt oder so ein bisschen wackelige Untergründe nimmt, den Wäschekorb mit Dreckwäsche dazwischen stellt oder so. Also so, damit es ein bisschen herausfordernd ist für den Körper und den Kopf.

[31:16] – Christina

Ja genau, Besenstiele sind auch immer gut. Die hat auch jeder zu Hause.

[31:20] – Anne

Super, einmal Pfötchen heben!

[31:22] – Christina

Hundekörbchen einfach mit einbauen und dazwischen stellen, wo man drüber klettern kann. Ich finde auch so Kombinationen gut, die man als Multisensorisch bezeichnet. In dem man ganz viele Sinne ansprechen kann mit einer kleinen Aktivität. Das ist etwas, was ich auch immer wieder toll finde.

[31:40] – Anne

Und dann noch zu beobachten, wie kriegt der Hund das hin?

Also wir haben in der Küche z.B. so eine kleine Couch stehen und wenn ich auf dem sehr niedrigen Fensterbrett dahinter was verstecke, ist es ganz Tagesform abhängig, wie die Nayeli sich das holt. Ob sie auf die Couch klettert und von da aus sozusagen über die Lehne. Oder ob sie sich richtig lang macht, vom Boden aus, von der Seite oder wie auch immer. Und da den Hund einfach mal zu beobachten, mit welchen Untergründen hat er Mühe oder womit kommt er super zurecht?

[32:07] – Christina

Ja, immer wieder spannend.

[32:10] – Anne

Liebe Christina, ich danke dir herzlich. Ich werde deine Facebookseite und deine Webseite hier unten drunter verlinken. Ich freue mich, wenn ihr bei Christinas Blog vorbeischaut und auf ihrer Seite, denn da gibt’s ja ganz, ganz tolle und viele Beiträge zu spannenden Spielen, die ihr mit eurem Hund machen könnt.

Und ich glaube, es ist allen bewusst geworden. Es geht hier um den Spass und nicht darum, irgendwelche Übungen zu absolvieren. Und das finde ich ganz super. Und das Lernen geschieht ganz nebenbei. Gibst du mir Recht?

[32:42] – Christina

Ja vorbehaltlos natürlich.

 

Lernen passiert nebenbei

 

Das ist wirklich eine Bereicherung für den Hund und für den Mensch. Und ja, Lernen passiert nebenbei und es passiert ja auch immer etwas nebenbei. Und das gefällt mir auch so gut. Die Auswirkungen auf die Beziehung von Hund und Mensch. Das ist alles immer etwas, was damit einhergeht. Ein Paket, was man dazu kauft, wenn man eben all diese Dinge gemeinsam macht und gemeinsam genießt.

Dass man auch gemeinsam davon im Alltag profitieren kann.

[33:12] – Anne

Sehr schönes Abschlusswort. In diesem Sinne danke ich dir, liebe Christina, dass du da warst.

[33:18] – Christina

Sehr gerne.

[33:19] – Anne

Und dir da draußen, Danke fürs Zuhören. Und ich freue mich, wenn du bei der nächsten Folge wieder reinhörst.

Spiel und Spass mit Hund - Ein Interview mit Christina Sondermann

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