Stress beim Hund

Stress beim Hund

So erkennst du Stress und Konflikte beim Hund

Nachdem wir dich in der letzten Episode darüber informiert haben, was für Konflikte es gibt, wie Konflikte entstehen und was du tun kannst, damit dein Hund immer weniger Konflikte hat, soll es heute um das Thema: Stress beim Hund gehen.

Wir berichten dir:

Was bedeutet Stress und was ist der Unterschied zwischen Herausforderung und Stress.

Was passiert, wenn der Hund Stress hat?

Wie wir Stress und Konflikte beim Hund erkennen!

Wie man Konflikten in der Mehrhundehaltung vorbeugen kann.

Wie du mit Training an Lösungsstrategien für deinen Hund arbeiten kannst.

Wie du erkennen kannst, ob du in Konflikt- oder Stresssituationen unterstützen oder weiterlaufen lassen solltest.

Höre gern rein. Du bist eher der Typ „Leser“? Dann findest du hier auch die Podcast Highlights in Schreibform!

Auch interessant:

Podcast Episode #59: Konflikte beim Hund
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Stress beim Hund

Die Highlights der Podcast Episode

 

Was ist Stress?
Stress ist ein Zustand, wo das Individuum versucht, sich an Situationen/ Umweltbedingungen/ Veränderungen anzupassen – es jedoch nicht gelingt.

Wir unterscheiden zwischen Herausforderung und Stress!
Unter Herausforderung versteht man: Das Tier kommt in eine Situation für das es noch keine passenden Strategien hat bzw. wofür es mehr Energie aufwenden muss, es jedoch schnell die richtige Lösungstrategie zur Anpassung findet. Die Situation kann zufriedenstellend und bedürfnisbefriedigend bewältigt werden, ohne dass es das Zeitfenster und die Energie in Gefahr bringt, welche das Tier zum Fressen, Schlafen, etc. braucht. Dauert die Situation jedoch länger an und das Tier findet keine Lösungsstrategie und der Energiehaushalt gerät in Gefahr, dann ist es Stress.

Unter Stress ist das Anti-Stress-System für Säugetiere:

Bindungsverhalten (freiwillige Interaktion, die sich gut anfühlt)

Maßnahmen, die die soziale Zugehörigkeit stärken

Strategien für deinen Hund, die ihm helfen Lösungen für Herausforderungen zu finden, wenn du nicht verfügbar bist (z.B. Hunde-Oase)

Training, damit der Hund Lösungsstrategien lernt!
Kleine Herausforderungen sorgen dafür, dass dein Hund und du im Training vorankommen. Diese sollten jedoch nicht zu eng hintereinander „getacktet“ sein, denn das birgt die Gefahr, dass die Energie schnell in einen Bereich kommt, wo die Situation in Stress umschlagen kann. Herausforderungen sollten also sehr, sehr fein dosiert werden.

Training findet immer im Alltag statt.
Auf jedem Spaziergang gibt es dosiert ein bisschen Training für vielleicht eine Herausforderung, die ihr sonst schon mal erlebt. Aber du trainierst halt nicht permanent und andauernd. Deine Hunde dürfen z.B. auch abtauchen. So kannst du immer wieder dafür sorgen, dass deine Hunde auf herausfordernde Situationen vorbereitet sind.

Was passiert wenn der Hund Stress hat?
Stress sollte man nicht ignorieren, denn unter Stress werden verschiedene Hormone und Neurotransmitter ausgeschüttet, die die Energiebilanz deines Hundes verändern und die kurzfristige Energie freisetzen. Diese kurzfristig freigesetzte Energie muss natürlich irgendwo herkommen. Und wenn diese Situation länger andauert, dann hat das massive Auswirkungen auf z.B.

das Immunsystem

die Muskulatur

das Lernverhalten des Hundes.

Wie erkennen wir Stress und Konflikte beim Hund?

Hecheln mit innenliegender Zunge

gelartiger Speichel (klebt meistens an Kleidung oder Türen)

Schaum vorm Maul

Schwitzepfötchen

Schuppen und Haarausfall

Verhalten was Hunde zeigen um sich selbst zu entspannen, wie: Dehnen und Strecken, Gähnen, Schütteln, Wälzen

Übersprungsverhalten, wie: Kratzen, sich Beknabbern, plötzlicher Erregungssanstieg wie Bellen, Spielaufforderung, Jagdverhalten, Buddeln

Häufig vorkommende Konflikte tauchen in der Mehrhundehaltung auf. Um Konflikte unter den Hunden zu vermeiden, kann man z.B.:

Trennzeiten einführen

Hunde getrennt füttern

getrennte Spaziergänge

Um Konflikte zwischen Hund und Mensch zu vermeiden, kann man z.B. unangenehme Sachen (laute Geräusche o.a.) dem Hund vorher ankündigen.

In Konflikt- oder Stresssituationen unterstützen oder weiterlaufen lassen? Wie grenzt man ab?

Weiterlaufen lassen: Wenn du bei uns beim Training zuschaust, dann wirst du manchmal denken: „Die machen ja gar nicht viel.“ Unser Ziel ist, dass die Konflikte so minimal auftreten, dass der Hund eben doch noch relativ zügig die eigene Lösung findet.

Unterstützen: Wir haben im Training das „3-Sekunden-Zeitfenster“. Wenn der Hund 3 Sekunden zum anderen Hund guckt und sich nicht abwenden kann, unterstützen wir. Bei 3 Sekunden wissen wir, dass der Anguckte häufig reagiert. Also merkt, dass er angeguckt wird, und es sich dann hochschaukeln kann.

Wenn die Umwelt in uns reinrasselt, unterstützen wir natürlich sofort.
In gestellten Situationen versucht man es Stück für Stück ein bisschen auszudehnen und wir arbeiten da sehr gerne mit Zeitfenstern oder eben mit körpersprachlich Merkmalen bezogen auf diesen Hund:

Rute bewegt sich und hört dann auf

Kopf hebt sich über die Rückenlinie und Ohren gehen nach vorne

Hund wird runder und schneller in den Bewegungen

Achte hierbei auf die persönlichen Konfliktsignale deines Hundes. Womit kündigt sich an, dass seine Erregung steigt?

Vor jedem „Nein“ gibt es ein „Ja“. Und wenn ich denke, gleich ist es so weit, dass er was Dummes macht, dann ist der späteste Moment, wo ich wieder unterstütze.
Und unterstützen heißt in dem Fall nicht schimpfen, sondern dem Hund ein Angebot machen, indem du z.B. zu deinem Hund sagst: „Hey, du könntest dich abwenden vom anderen.“ Also aufgebaute Signale nutzen, die deinen Hund in die Richtung lenken, die du gut findest und die du von ihm häufiger sehen möchtest, wie z.B.

das Abwenden

das im Bogen weggehen

ein Nasentouch an deiner Hand

zu dir kommen

das klassische sich Hinsetzen

auf etwas drauf klettern

Was tun in Situationen, die „schiefgelaufen“ sind?

Verlasse die Situation so weit, dass sie sicher ist.

Gehe so „wenig“ weit aus der Situation raus, wie nötig.

Warte, dass ihr euch wieder halbwegs gut fühlt und mache so nah wie möglich an der Situation mit deinem Hund schöne Sachen, auf die ihr euch beide einlassen könnt.

Wenn du kannst, dann plane für deinen Hund einen sogenannten Entlastungstag ein, wo ihr nur schöne Sachen macht.

Stress und Herausforderungen/ Konflikte hängen ganz, ganz arg zusammen. Wann immer eine Herausforderung nicht schnell und einfach gelöst werden kann oder keine zufriedenstellende Lösung in Sicht ist, dann wird er automatisch zu Stress und dementsprechend müssen Herausforderungen und Konflikte einfach unglaublich fein dosiert und immer im Auge behalten werden.

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