Silvester mit Hund vorbereiten

Silvester mit Hund vorbereiten

Mit dem Herbstlaub, spätestens aber mit den grinsenden Kürbissen in den Hauseingängen ist eines klar: Silvester naht und es wird Zeit, dass du deine Vorbereitung für ein entspanntes Silvester mit Hund startest. 

Silvester ist für unsere Hunde ein Graus, keine Frage. Und doch gibt es eine Menge, dass du tun kannst, um deinen Hund zu unterstützen, und über diese Zeit zu bringen. Es ist wie immer im Zusammenleben mit Hund: 

Durch Vortraining hast du die Chance, es deinem Hund und dir leichter und schöner zu machen! Eine Garantie für ein entspanntes Silvester mit Hund gibt es nicht. 

Silvester mit Hund vorbereiten

Warum du jeden Hund auf Silvester vorbereiten solltest

Ich bin ein Fan davon jeden Hund auf Silvester systematisch vorzubereiten, damit es erst gar nicht zum Problem oder wenigstens nur zu einem kleinen wird. Es hilft nichts darauf zu setzen, dass dein Hund sich von alleine daran gewöhnt. Bei Angst tritt Gewöhnung nicht ein. Mehr dazu kannst du in diesem Artikel lesen. 

Nicht selten reagieren Hunde in ihrem Leben nach und nach vermehrt auf Silvester, auch wenn sie es bisher nicht gemacht haben. Alterszipperlein, Schmerzen oder aber einfach auch andere Herausforderungen begünstigen aufkeimende Ängste. Insbesondere Hunde mit Geräusch-, Gewitterangst oder Trennungsstress haben häufiger auch Probleme mit Silvester. Was eine Geräuschangst ist und woran du sie erkennen kannst, kannst du hier nachlesen. 

Auf diese Elemente kannst du Silvester setzen

Das optimale Resultat für deinen Hund erreichst du durch eine Mischung aus Management und Training. Training dient dazu, deinen Hund gezielt auf Situationen vorzubereiten und ihm einen Verhaltensrahmen zu zeigen, der ihm hilft, Herausforderungen zu überstehen. Dabei geht es nicht um das Absolvieren von stupiden Wiederholungen, sondern insbesondere bei Ängsten um die Förderung eigener Strategien zum Wohlbefinden. 

Training braucht Planung, Systematik und ein wenig Zeit, damit es richtig gut funktioniert. Mit Zeit meine ich jedoch nicht Jahre. In einigen Wochen kannst du mit deinem Hund schon eine Menge erreichen, wenn du strukturiert am Ball bleibst. Bereits nach kurzer Zeit wirst du Linderungen erreichen und je länger und regelmäßiger du dran bleibst, desto besser. 

Das coole daran: Training hinterlässt Spuren im Gehirn. Diese sind nachhaltig und werden nicht durch eine schlechte Erfahrung wieder ausgemerzt. Selbst, wenn du also dieses Jahr nicht weit genug kommst, um die Angst komplett loszuwerden, es verändert was für ein Hundeleben lang. 

Training dient der Vorbereitung. Wird die Zeit zu knapp, so heißt es, dass du Management in den Fokus rücken solltest. 

Silvester mit Hund vorbereiten

Management geht auch kurzfristig

Was konkret Management im Hundetraining bedeutet, haben Anja und ich dir in diesem Podcast aufbereitet.

Management setzt darauf, dass du Situationen so gestaltest, dass dein Hund und du möglichst wenig in schwierige Situationen kommt oder diese vereinfacht werden. Anders als Training verhindert es eher unangenehme Spuren im Gehirn, statt neue gute zu kreieren. 

Management ist wichtig, darf aber dauerhaft nicht deine alleinige Strategie bleiben. Setzt du nur auf Management, könnt ihr nicht dazulernen und wachsen, sondern bleibt an der Stelle stehen. Für mich ist Management ideal, um mein Training zu untermauern und Überforderung zu vermeiden. 

Außerdem nutze ich es, wann immer eine Situation bevorsteht und mir die Zeit zur Vorbereitung fehlt – zum Beispiel, wenn Silvester plötzlich zum Problem wird. 

Management an Silvester ist z.B: 

  • Wohnung vor Lichtreflexen und Geräuschen von außen schützen mit Vorhängen, Rollos etc. 
  • Drinnen Licht und Musik an, damit dein Hund die Außengeräusche nicht so deutlich wahrnimmt. 
  • Spaziergänge einkürzen, damit ihr wenig Krach abbekommt. Im Zweifel lösen und wieder rein. 
  • Hund an der Leine lassen ggf. doppelt sichern, damit er bei Krach nicht flüchtet. 

Alles, was die Situation für deinen Hund leichter oder sicherer macht, ist sinnvoll!

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Medikamente als Notfalllösung?

Medikamente machen unter Umständen Sinn. Wir haben dir dazu im vergangenen Jahr einen Podcast mit der Tierärztin Nicole Schreiter aufgezeichnet, hör einfach mal rein

Das wichtigste zum Thema Medikamente:

  • Kein Acepromazin verwenden. Es lähmt nur, lindert aber nicht die Angst. 
  • Medikamente nur in Absprache mit der Tierarztpraxis deines Vertrauens verabreichen. Und das gilt bitte auch, wenn du statt auf Medikamente auf die „sanften“ Mittel setzen willst. Wirken sie, haben sie ggf. auch Nebenwirkungen!
  • Die meisten Medikamente benötigen einen Testlauf, um zu sehen, ob sie bei deinem Hund gut wirken oder vielleicht sogar eine paradoxe Wirkung zeigen. 
  • Einige Medikamente wirken nicht sofort, sie müssen über mehrere Tage „anfluten“. 

Kurz und knapp: Medikamente sind ein adäquates Mittel als Trainingsbegleitung oder für den Notfall. Nur bitte nutze sie nicht unbedacht oder als Ersatz für eine gute Unterstützung.

Silvester mit Hund vorbereiten

Silvester mit Hund vorbereiten kann richtig Freude machen

In meinem Artikel „Silvester mit Hund als Team meistern“ habe ich dir im vergangenen Jahr bereits zusammengefasst, wie mein Silvestertraining aussieht.

Ich verbinde die Silvestervorbereitung zugleich mit der Auslastung für die Sinne in der dunklen Jahreszeit. Denn Silvestertraining hat ganz viel mit Spiel, Spaß und Entspannung zu tun. So kann ich zugleich das Wohlbefinden meiner Hunde steigern und uns auf die Herausforderung vorbereiten.

Diese Elemente finden darin statt:

  • Aktives Entspannungstraining 

    Neben der körperlichen Entspannung und angenehmen Taktiken von Sinnesreizen fördert es die Bindung. Aktives Entspannungstraining setzt z.B. auf Körperübungen, Massagen und Berührungen. In schwierigen Momenten, zum Beispiel Silvester um Mitternacht, ist es wunderbar geeignet um Angst zu lindern und Social Support zu leisten.

 

  • Passives Entspannungstraining 

    Bestimmte Dinge, wie Duft, Musik und mit Entspannung verknüpfte Orte und Objekte sorgen dafür, dass die Grundatmosphäre für deinen Hund entspannter ist und er sich sicherer fühlt. Ängste keimen weniger stark auf, wenn dein Hund sich sicherer fühlt.

 

  • Social-Support-Station 

    Die Frage, ob und wie man Angst verstärken bzw. lindern kann, habe ich dir in diesem Artikel über unsichere Hunde erläutert. Eine Social-Support-Station hat nichts mit Trösten zu tun. Hier bietest du deinem Hund gemeinsame, schöne Interaktion, die dich als Sozialpartner stärkt und deinem Hund im passenden Moment sichere Angebote macht. Soziale Zugehörigkeit ist ein wichtiges Bedürfnis, dass Angst kleiner macht. Hier kommen bei uns ganz viele gemeinsame Denk- und Spaßaufgaben zum Einsatz. Die abendliche Beschäftigung ist da und es ist mindestens genauso spaßig und spannend beim Aufbau, wie eine Netflix-Serie.

 

  • Struktur für deinen Hund an Silvester 

    Strukturen geben Halt und machen das Leben leichter. Unsere Hunde empfinden sie nicht als einengend, solange die Bedürfnisse dabei gestillt werden. Wir achten rund um Silvester noch einmal ganz bewusst darauf, welche Strukturen wir haben und wie sie dafür sorgen, dass alle Bedürfnisse der Hunde gestillt sind.

 

  • Bedürfnisbefriedigung pur! 

    Natürlich bin ich immer bemüht das Leben meiner Hunde möglichst bedürfnisorientiert zu gestalten. Doch wir Menschen sind Gewohnheitstiere und manchmal verpassen wir dadurch Veränderungen. Ich nutze die Silvesterherausfoderung gerne, um mir die Bedürfnisse meiner Hunde noch einmal richtig bewusst zu machen. Was hat sich verändert? Wo haben wir uns weiterentwickelt?In den letzten 14 Tagen vor Silvester heißt es dann „Bedürfnisbefriedigung pur“ – Wir vermeiden alle Dinge, soweit möglich, die meinen Hunden Stress machen und sorgen so für ein fettes Wohlfühlpolster.

 

  • Leine laufen mit Spaß!

    Meine Hunde lieben den Freilauf. Der geht aber nicht immer und überall – schon gar nicht an Silvester. Also darf die Leine für uns nicht zum Stressfaktor werden. Auch nicht für mich in der rutschigen Jahreszeit. Auch wenn dein Hund keine großen Ängste im Alltag hat, empfehle ich dir mit Blick aus Silvester dazu meinen Artikel „8 Tipps für die Leinenführigkeit bei Angsthunden“.

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Für dich zusammengefasst!

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